Tagesecho Sport am Wochenende: Das Tennis-Wunder geht weiter
Das tschechische Tennis hatte 2011 ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr. Nun haben Kvitová und Co. im Fed Cup und Tomáš Berdych beim ATP-Turnier in Montpellier daran angeknüpft. Zudem lief auch im Wintersport einiges.
Fed Cup: Sabine Lisicki und Iveta Benešová (Foto: ČT 4)
Ein Vorhandschlag, und Petra Kvitová erzielt gegen Sabine Lisicki den
entscheidenden Punkt für Tschechien in der Stuttgarter Porsche-Arena. Nach
drei Begegnungen ist bereits am frühen Sonntagnachmittag alles klar: Die
tschechischen Titelverteidigerinnen ziehen beim Fed Cup ins Halbfinale ein.
Auf die Deutschen wartet wie in den Jahren zuvor nur die Relegation.
Letztlich gewinnt Tschechien das Duell mit 4:1.
Doch das Ergebnis ist deutlicher als der Verlauf. Die ersten drei Begegnungen waren hart umkämpft und gingen alle über drei Sätze. Am Samstag stand die Weltranglistenzweite Kvitová sogar am Rand einer Niederlage gegen Julia Görges. Auch im Duell am Sonntag gegen Sabine Lisicki hatte sie unter anderem mit dem Aufschlag der Deutschen zu kämpfen:
Petra Kvitová (Foto: ČTK)
„Wenn ich das mal dumm sage: Ich habe nicht sehr gut gespielt, der
Erfolg kam vor allem durch den Kampf. Ich habe nicht das gespielt, was ich
normal zeige oder zeigen kann. Die Momente, in denen mein Return nicht kam,
waren nicht so einfach. Deswegen habe ich mich auf weiteren Punkte
konzentriert und meinen eigenen Aufschlag. Gerade aber, weil es nicht so
gut lief, ist der Sieg so wertvoll.“
In Halbfinale des Fed Cup im April treffen Kvitová und Co. vor eigenem Publikum auf die Italienerinnen.
Aber nicht nur die tschechischen Frauen waren erfolgreich. Tomáš Berdych gewann am Sonntag das Turnier im französischen Montpellier. Im Finale besiegte der 26-Jährige den Franzosen Gaël Montfils. Der an Nummer eins gesetzte Berdych erfüllte damit bei dem Hallenturnier die Erwartungen.
Stanislav Řezáč (Foto: ČTK)
Im Wintersport tat sich vor allem Langläufer Stanislav Řezáč hervor.
Der 38-jährige Marathon-Spezialist gewann insgesamt zum sechsten Mal den
König-Ludwig-Lauf in Oberbayern. Nach 50 Kilometern klassischer Technik
musste sogar das Zielfoto entscheiden: Um eine Zehntelsekunde lag der
Tscheche vor dem schwedischen Vorjahressieger Jerry Ahrlin.
Zwar ist sie nicht ganz vorne gelandet, hat aber dafür ihre beste Saisonleistung erreicht: die Biathletin Veronika Vítková. Am Osloer Holmenkollen belegte sie im Massenstartrennen am Samstag Platz neun. Dabei wäre vielleicht ein noch besseres Ergebnis möglich gewesen, wenn sie sich beim abschließenden Stehendschießen nicht einen Fehler erlaubt hätte:
Veronika Vítková
„Das habe ich dann aber schnell verdrängt. Ich bin froh, dass es so
ausgegangen ist und meine Form ansteigt. Ich hoffe, mich noch etwas
steigern zu können und die Form noch bis zur Weltmeisterschaft zu halten.
Meine Vorbereitung ist wohl gut gelaufen.“
Die 23-jährige Skijägerin aus dem Riesengebirgsort Jilemnice / Starkenbach will sich nun voll auf die WM in Ruhpolding konzentrieren. Die nächste Weltcup-Station im finnischen Kontiolahti hat sie deswegen gestrichen, stattdessen plant Vítková ein Trainingslager im Hochgebirge.






