Tagesecho Slavia-Ikone František Veselý verstorben – Beisetzung am Freitag
Am zurückliegenden Freitag mussten die Medien in Tschechien eine traurige Nachricht verbreiten: František Veselý, einer der hierzulande beliebtesten Fußballer der 60er und 70er Jahre, ist verstorben. Ein Nachruf von Radio Prag.
František Veselý (Foto: ČTK)
„Er ist ein legendärer Spieler und ein Mensch, der unserem Club mit
ganzem Herzen verbunden war. Seine Popularität und seine Karriere sind
eigentlich nur vergleichbar mit der von Josef Bican. František Veselý hat
die meisten Spiele überhaupt für Slavia Prag bestritten, er ist nach
Einsätzen der Rekordhalter des Vereins. Für alle Slavia-Anhänger ist
sein Tod deshalb die wohl schlimmste Nachricht, die wir heute Morgen
bekommen haben.“
Mit diesen Worten reagierte Ondřej Zlámal, der Sprecher des tschechischen Fußballclubs Slavia Prag, am vergangenen Freitag auf das Ableben von František Veselý. Der großartige Fußballer war in der Nacht zuvor an einem Herzversagen im Alter von 65 Jahren verstorben.
Foto: ČTK
Sein Tod kam plötzlich und völlig unerwartet. Diese Nachricht sei für
ihn ein richtiger Schock gewesen, sagte Zdeněk Nehoda, der gemeinsam mit
Veselý am größten Erfolg des tschechischen und slowakischen Fußballs
beteiligt war – dem Gewinn des Europameistertitels 1976 in Belgrad. Bevor
Antonín Panenka den Titel mit seinem unvergesslichen Elfmeter im Finale
gegen Deutschland perfekt machte, musste die Tschechoslowakei im Halbfinale
erst die Niederlande aus dem Weg räumen. Das gelang ihr nicht zuletzt
durch die Klasseleistung von František Veselý, der Nehoda in der
Verlängerung zum 2:1 auflegte und danach selbst zum 3:1-Endstand traf.
Eine Leistung, die auch Pavel Kuka beeindruckte, der in der Auswahl und bei
Slavia zu den besten Torjägern zählte. Für ihn sei Veselý die größte
Legende von Slavia Prag, auch weil er ihn im Gegensatz zu Bican noch hat
spielen sehen, so Kuka.
Mit dieser Meinung steht Ex-Bundesligaspieler Kuka nicht allein. František Veselý war der Inbegriff des modernen Flügelstürmers, der ständig rochierte, flankte und Haken schlug, so dass er von seinen Gegenspielern kaum zu stellen war. Mit dieser Spielweise eroberte Veselý die Herzen der Fans, denen er sich hierzulande in 414 Erstligaspielen und in 34 Begegnungen mit der Nationalmannschaft präsentierte. Dabei erzielte er 62 Ligatore und drei Treffer für die Auswahl. Für seinen Stammverein Slavia Prag bestritt er insgesamt 920 Spiele. Während seines Wehrdienstes kickte er zwei Jahre für den Armeeclub Dukla Prag, mit dem er 1964 seinen einzigen Meistertitel errungen hat. Zum Ende seiner Laufbahn spielte er eine Saison (1980/81) für Rapid Wien. Jenem Club also, in dem sein Vorbild und Idol Josef Bican seine große Laufbahn begonnen hat. Von Bican, der in seiner Fußballer-Karriere über 5000 Tore schoss, schwärmte Veselý auch noch im vergangenen Jahr, als Radio Prag mit ihm gesprochen hat:
František Veselý (oben) im Jahre 1966 (Foto: ČTK)
„Bican war ein besonderer Mensch, denn er war sehr intelligent. Wenn er
im Spiel gefoult wurde, hat er nie unbesonnen reagiert. Schimpfkanonaden
oder vulgäre Ausbrüche waren ihm völlig fremd. Deshalb war er in meinen
Augen ein wirklich großer Spieler.“
Einen großen Fußballer hat die tschechische Sportöffentlichkeit auch in František Veselý verloren. Am Freitag werden unzählige Fußballfans daher noch einmal schweigend inne halten, wenn der bodenständige Veselý auf dem Friedhof im Prager Stadtteil Strašnice feierlich beigesetzt wird.







