Tagesecho Schweinegrippe grenzenlos: Budweiser Gymnasiasten stecken sich in Bayern mit Virus an

29-10-2009 16:10 | Lothar Martin

An einem Gymnasium in České Budějovice / Budweis sind mehrere Schüler und Angestellte an der Schweinegrippe erkrankt. Es ist das erste Mal in Tschechien, dass an einer Schule in dem Umfang Alarm gegeben werden musste. Das Besondere dabei: Die Gymnasiasten haben sich wahrscheinlich bei einer Fahrt nach Bayern angesteckt.

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Gymnasium in České Budějovice / Budweis (Foto: ČTK)Gymnasium in České Budějovice / Budweis (Foto: ČTK) Eine Klassenfahrt, und noch dazu ins Ausland. Welcher Schüler freut sich nicht, wenn er mal die harte Schulbank verlassen und dafür seinen Horizont im praktischen Leben erweitern kann. Das wollten auch die Schüler der dritten Klasse des Jirsík-Gymnasiums in Budweis, als sie vergangene Woche eine Partnerschule in Bayern besuchten. Bei ihrer Rückkehr jedoch klagten einige Gymnasiasten über Anzeichen von Grippe. Man hatte erfahren, dass in der bayerischen Besuchsregion die Schweinegrippe grassiert. Die 30 Schüler und vier Lehrer handelten jedoch mit kühlem Kopf, lobt František Kotrba von der Gesundheitsbehörde im Kreis Südböhmen:

„Sie haben sich sehr gut verhalten. Gleich nach ihrer Rückreise haben sie die zentrale Hygienestation des Kreises aufgesucht.“

Im Labor der Hygienestation haben sie einen Test gemacht. Der sollte klären, welcher Erreger der Auslöser für ihre Symptome wie erhöhte Temperatur, Schnupfen und Husten ist. Jetzt liegen die Testergebnisse vor und brachten ans Licht: 16 Teilnehmer der Klassenfahrt, 14 Schüler und zwei Erwachsene, haben sich mit dem H1N1-Virus angesteckt. Der mehrfache Import der Schweinegerippe aus Bayern sei aber noch längst kein Grund zu allzu großer Besorgnis oder gar Hysterie, sagt die südböhmische Kreisrätin für Gesundheitswesen, Ivana Stráská:

Foto: ČTKFoto: ČTK „Das Gymnasium hat den Kindern frei gegeben, damit sich die Schweinegrippe nicht ausbreiten kann. Dennoch setzen wir natürlich unsere Vorbereitungen auf eine mögliche Pandemie fort.“

Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehören die Schutzimpfungen, die ab Mitte November in Tschechien anlaufen sollen. Vorerst aber nur für rund eine halbe Million Menschen, was kritisiert wird. In einem Karlsbader Krankenhaus wurde derweil vergangene Woche der erste Todesfall aufgrund von Schweinegrippe gemeldet. Und auch unter gut trainierten Sportlern macht sich der Virus inzwischen breit. Der erste tschechische Athlet, bei dem der H1N1-Virus festgestellt wurde, ist Eishockey-Nationalspieler Ladislav Šmíd. Der Spieler der Edmonton Oilers hat ihn dank seiner Willenskraft aber schon besiegt.

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