Tagesecho Schneemassen haben Tschechien fest im Griff
Das Tief Daisy ließ am Wochenende weite Teile Europas im Schnee versinken. Betroffen war auch Tschechien. Im ganzen Land kam der Straßen- und Zugverkehr stellenweise zum Erliegen. Aber auch für Fußgänger brachten die Schneemassen erhebliche Behinderungen mit sich.
Prag
Fast 30 Zentimeter Neuschnee wurden aus dem Prager Stadtzentrum vermeldet.
Im nordöstlichen Vorort Kbely wurden gar 38 Zentimeter gemessen. Soviel
Schnee lag in der Hauptstadt seit 17 Jahren nicht mehr.
Ihr gefalle die weiße Pracht, sagt eine Pragerin. Das sei wie in den Bergen. Wie sie genossen viele Prager die ungewöhnlich hohe Schneemenge. Am Moldauufer drehten Skilangläufer ihre Runden. Auf dem Laurenziberg / Petřiny unweit der Prager Burg wurde gerodelt und Snowboard gefahren. Die Freude über den Schnee aber teilten längst nicht alle.
Foto: ČTK
Auf der Treppe zum Nationalmuseum müsse man um sein Leben fürchten,
beschwert sich eine Passantin. Aber nicht nur in Prag, auch in anderen
tschechischen Städten wird schon der Gang vor die Haustür durch die
Schneemassen auf den Gehsteigen erschwert. Grund ist neben der hohen
Niederschlagsmenge auch eine zu Jahresbeginn in Kraft getretene
Gesetzesnovelle. Laut ihr sind nun nicht mehr die Anwohner für die
Räumung der Gehsteige zuständig, sondern die Städte und Gemeinden.
Die Stadt pfeife auf ihre Pflicht, klagt ein Restaurantangestellter in Pelhřimov. Also müsse er den Schnee halt selber wegräumen. Senator Jaroslav Kubera, Mitautor des neuen Gesetzes, räumt Probleme ein:
Foto: ČTK
„Es kommt zu Konflikten, denn einige Verkehrswege unterliegen der
Verantwortung des Staates, andere wiederum der Kreise. Und dazu kommen die
Gehwege, um die sich die Städte zu kümmern haben.“
Doch gerade die Städte sind vielerorts überfordert. Auch auf
Landstraßen und Autobahnen hatten die Räumfahrzeuge ihre Mühe mit den
Schneemassen. Mehrere wichtige Fernverbindungen mussten zeitweise gesperrt
werden. Die größten Probleme seien mittlerweile behoben, hieß es noch am
Sonntag. Erneuter Schneefall hat die Situation aber am Montag vor allem in
Ostböhmen wieder erschwert. Auch der Zugverkehr kam zum Teil zum Erliegen.
Die wichtigste Verbindung in die Slowakei musste am Sonntag für etwa sechs
Stunden gesperrt werden. Doch auch zu Hause ist man vor den Auswirkungen
des Winterwetters nicht gefeit.
Prag
Nachdem bereits am Sonntag mehrere Tausend
Menschen in Mähren lange Zeit ohne Strom auskommen mussten, sind seit
Montagmorgen Hunderte Haushalte in den ostböhmischen Kreisen Hradec
Králové / Königgrätz und Pardubice von Stromausfällen betroffen.
Meteorologen sagen noch bis Mittwoch weitere Schneefälle voraus. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wird es auch in den kommenden Tagen nicht zu einem Abtauen der Schneemassen kommen.










