Tagesecho Schloß Kynzvart wiedereröffnet
Das westböhmische Schloss Kynzvart, das einst zu den Perlen tschechischer Denkmäler gehörte, wurde am Montag nach 18 Jahren feierlich wiederöffnet. Mit der Rekonstruktion der Sommerresidenz von Kanzler Metternich wurde nicht nur ein prächtiges Gebäude von internationaler Bedeutung gerettet, sondern auch dem Tourismus in der Region ein notwendiger Impuls gegeben. Dagmar Keberlova war vor Ort.
Schloss Kynzvart
Das Schloss Kynzvart war im 19. Jahrhundert ein beliebter Ausflugsort der
Kurgäste aus den nahegelegenen Kurorten Marien-, Franzens- und Karlsbad.
Berühmt war das ursprünglich barocke Schloss sowohl durch das Gebäude an
sich, das im Stil des Wiener Klassizismus vom Architekt Pietro Nobile für
Kurfürst Metternich umgebaut wurde als auch für die umfangreichen
Sammlungen, die hier Metternich untergebracht hatte. Bis in die 70er Jahre
war es einer der meist besuchten Schlösser Tschechiens. 1976 wurde es
aufgrund des katastrophalen Zustandes, in dem es sich befand, geschlossen.
Nach langjährigen nicht erfolgreichen Rekonstruktionsarbeiten wurde das
Schloss zum Abreißen verurteilt. Das Denkmalinstitut in Plzen/Pilsen konnte
nach 1989 die vernichtenden Pläne abwenden, doch die entscheidende Hilfe kam
seitens der Europäischen Union, die sich finanziell ca. zur Hälfte am
Wiederaufbau beteiligte. Die Stadt Lazne Kynzvart erhofft sich von der
Wiedereröffnung eine Belebung des Tourismus, der bis jetzt gleich null war.
Der Bürgermeister von Lazne Kynzvart, Miloslav Sobotik, sagte gegenüber
Radio Prag:
"Wir erwarten, dass Lazne Kynzvart zu einem Tourismuszentrum wird. Die geographische Bedingungen, Lazne Kynvarts grenznahe Lage und die wunderschöne Umgebung von Slavkovsky les, sollen hierzu beitragen. Der wichtigste Anziehungspunkt wird nun aber das wiedereröffnete Schloss Metternich sein."
Schloss Kynzvart
Die Anwesenheit ausländischer Gäste bei der feierlichen Wiedereröffnung
beweist die internationale Bedeutung dieses Schlosses. Bernd Arnal, Leiter
der Regionalplanungsstelle bei der Regierung von Oberfranken, die mit dem
Bezirk Cheb/Eger eng zusammenarbeitet, sagte uns hierzu:
Näheres über Lazne Kynzvart erfahren Sie im Regionaljournal am kommenden Samstag.






