Tagesecho Salzstangen und Politik: Berufstätige aus Deutschland und Tschechien treffen sich

11-08-2010 13:35 | Jenifer Becker

Netzwerke knüpfen und Beziehungen aufbauen – das Czech-German Young Professionals Program hat darauf seinen Schwerpunkt gelegt. Das Programm richtet sich an Deutsche und Tschechen, die etwa zwischen 25 und 40 Jahre alt sind und mitten im Berufsleben stehen. Was die Inhalte des Programms sind und wie es weiter gehen soll, erklärt Václav Bacovský, der tschechische Koordinator.

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Auf dem Tisch stehen eine Schüssel mit Salzstangen und Gläser, drumherum sitzen Männer und Frauen, vertieft in Unterhaltungen: Ein Journalist der FAZ spricht mit einem tschechischen Pressesprecher, ein Vertreter vom Naturschutzbund NABU scherzt mit einer Redenschreiberin – so in etwa gestaltete sich einer der Abende des letzten Czech-German Young Professionals Program. Dieses Jahr geht es weiter. Das Fortbildungsprogramm startet in die dritte Runde. Das langfristige Ziel des Projekts ist, dauerhafte Beziehungen zwischen Nachwuchsführungskräften aus Deutschland und Tschechien zu knüpfen. Das Programm gebe es seit 2008, erklärt Václav Bacovský, einer der Koordinatoren.

Václav BacovskýVáclav Bacovský „Es gibt viele Programme für Studenten, aber eigentlich fast keine für junge Leute, die aktiv arbeiten. Deswegen haben wir uns gedacht, dass wir für die Leute, die etwa 25 bis 40 Jahre alt sind, etwas machen können. Wir fanden, dass es gut ist, für diese Nachwuchsführungskräfte ein Austauschprogramm zu organisieren.“

Die Programmteilnehmer treffen sich bei Workshops. Diese ziehen sich über mehrere Monate und sind auf vier Wochenenden verteilt: Donnerstag bis Sonntag, Anreise und Unterkunft werden gesponsort. Das Thema des kommenden Workshops ist „Politische Kommunikation“. Die Teilnehmer sollen über den Einfluss der Medien auf die Politik in Tschechien und Deutschland diskutieren. Dazu werden Experten eingeladen. Doch es stehen nicht nur trockene Diskussionen an, es geht auch um Spaß. Und vor allem darum, Beziehungen aufzubauen.

„Die Leute bleiben in Kontakt und können sich helfen. Sie treffen sich auch einfach spontan. Einmal hat zum Beispiel ein Teilnehmer eine Konferenz organisiert und brauchte Referenten aus Tschechien. Er hat dann die tschechischen Kollegen, die er auf dem Workshop kennengelert hat, kontaktiert und diese haben ihm geholfen. In diesem Sinne funktioniert das Ganze.“

Die deutsch-tschechischen Beziehungen seien nicht immer einfach gewesen, sagt Bacovský. Doch Zeiten ändern sich und besonders als Nachbarstaaten sei es wichtig zusammenzuwachsen.

“Wir denken, dass es wichtig ist auch in die Zukunft zu sehen und nicht nur über die Geschichte, sondern auch über die gemeinsamen Herausforderungen in Europa zu diskutieren - was trennt uns oder was haben wir gemeinsam.“

Der erste Workshop findet im Dezember in Prag statt. Bewerben können sich bis zum 26. September noch alle Berufstätigen, die eine Position im öffentlichen Leben einnehmen.

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