Sachsen zu Gast in Ústí: Der Mittel- und Osteuropatag

Zum sechsten Mal fand er schon statt, aber nun das erste Mal in Tschechien: der Mittel- und Osteuropatag. An diesem Tag Treffen sich Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Polen und Tschechien, um eine langfristige Zusammenarbeit ins Leben zu rufen. Dieses Jahr hat die Universität in Ústí nad Labem dazu eingeladen und Iris Riedel hat sich unter die Gäste gemischt.

Wussten Sie, dass die Überwindung von Vorurteilen gegenüber den slawischen Nachbarn in Sachsen Verfassungsauftrag ist? Das ist einer von vielen Gründen, warum es den Mittel- und Osteuropatag gibt. Er soll sächsische sowie polnische und tschechische Hochschulen und Forschungseinrichtungen miteinander ins Gespräch bringen. Aus der Wiege gehoben hat ihn vor sechs Jahren das Kompetenzzentrum Mittel und Osteuropa der Universität Leipzig. Seitdem wurde der Tag jedes Jahr an einem anderen Hochschulstandort in Sachsen organisiert. Nun fand er das erste mal im Ausland statt, nämlich in Ústí nad Labem. Blanka Mouralová ist die Direktorin des dortigen Collegium Bohemicum, das den Tag mitorganisiert hat. Sie erklärt, warum die Wahl auf Ústí gefallen ist.

Blanka MouralováBlanka Mouralová „Der Anstoß war, dass in den letzten zwei Jahren viele gemeinsame tschechisch-sächsische Projekte entwickelt worden sind. Das hängt auch mit den neuen Möglichkeiten der europäischen Förderung grenzüberschreitender Projekte zusammen.“

Beim Mittel- und Osteuropatag sollen die Hochschulen und Forschungseinrichtungen eigene Projekte vorstellen und Partner für neue, grenzüberschreitende Vorhaben suchen. Aber nicht nur das. Die Veranstaltung dient auch dem wissenschaftlichen Austausch in Form von Vorträgen. Themenschwerpunkt in diesem Jahr waren die sächsisch-tschechischen Beziehungen und das 600jährige Jubiläum der Universität Leipzig. Für ausgiebige Diskussionen und das Kontakteknüpfen blieb dabei wenig Zeit, meint die Teilnehmerin Anett Steinführer.

Foto: ff.ujep.czFoto: ff.ujep.cz „Ich finde erst einmal die Absicht so einen Mitteleuropäischen Tag zu machen, eine gute. Ich bin mir nur nicht sicher, ob dieses fachübergreifende Konzept wirklich funktioniert, weil ich glaube, allein das regionale Interesse reicht nicht.“

Inzwischen gebe so viele verschiedene Forschungsgebiete, die sich mit Mittel- und Osteuropa beschäftigen, dass es sich anbiete den Mittel- und Osteuropatag thematisch aufzusplittern. Die Veranstalter jedoch sind zufrieden. Der Leipziger Prof. Stefan Troebst:

Ústí nad LabemÚstí nad Labem „In Ústí war ich sehr positiv überrascht über das große Publikumsecho. Unseren Partnern hier, dem Collegium Bohemicum und der Universität Ústí ist es offensichtlich gelungen das regionale Publikum zu interessieren.“

Über eine Fortsetzung denkt Troebst auch schon nach. Nächstes Jahr trifft man sich dann vielleicht in Polen.