Tagesecho Prager U-Bahn soll bis zum Flughafen verlängert werden
Mit der U-Bahn bis zum Prager Flughafen Ruzyne fahren zu können - diese Vorstellung wurde bislang nur von einigen Stadtplanern diskutiert. Am Montag wurde ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung ihrer Pläne gemacht. Die verantwortlichen Kommunalpolitiker einigten sich auf eine Verlängerung der U-Bahnlinie A. Martina Schneibergova fasst zusammen.
Prager U-Bahn
Von der bisherigen Endstation Dejvická soll die U-Bahnlinie A über den
Stadtteil Motol bis zum Flughafen Ruzyne verlängert werden. Der neue
U-Bahnabschnitt mit acht Stationen wird über 14 Kilometer lang sein. Er
soll etappenweise gebaut werden, die Kosten werden insgesamt auf 38
Milliarden Kronen (ca. 1,25 Milliarden Euro) geschätzt. Die Stadtkasse
soll dabei nur eine von mehreren finanziellen Quellen darstellen. Der
Oberbürgermeister von Prag, Pavel Bém, dazu:
"Es ist offensichtlich, dass es unmöglich sein wird, nur auf der
Ebene der Hauptstadt Prag nach den notwendigen finanziellen Mitteln zu
suchen. Es wird erforderlich sein, auch aus den EU-Fonds Geld zu schöpfen.
Pavel Bem (Foto: Zdenek Valis)
Und ich hoffe, dass es auch aus dem Staatsbudget entsprechende Summen
für
das Verkehrsprojekt geben wird. Optimistischen Schätzungen zufolge könnte
der verlängerte U-Bahnabschnitt ungefähr Ende 2013 bzw. Anfang 2014 in
Betrieb genommen werden."
Die Stadtvertreter entschieden sich jedoch nicht für die kürzeste und direkte Streckenführung. Grund dafür war die Möglichkeit, den Nordwesten Prags besser zu versorgen. Im nun präsentierten Entwurf führt die U-Bahn vom Stadtteil Dejvice weiter über die Stadtteile Veleslavín und Petriny zum Krankenhaus in Prag-Motol, und von dort aus weiter über Bílá Hora (Weißer Berg) und die Neubausiedlung Dedina bis zum Flughafen Ruzyne. Diese Streckenführung wurde auch von den Bürgermeistern der einzelnen Stadtteile akzeptiert. Der stellvertretende Oberbürgermeister von Prag, Jan Bürgermeister, erklärte:
Prager Flughafen Ruzyne
"Der sechste Stadtbezirk ist, meine ich, der größte Stadtteil,
aber
dünn besiedelt. Der fünfte Stadtbezirk ist dort, wo sich das Krankenhaus
Motol befindet, von der übrigen Stadt ein wenig isoliert. Daher bin ich
davon überzeugt, dass die Verlängerung der U-Bahn zur Entwicklung der
Stadt bedeutend beitragen wird."
In der ersten Etappe soll die U-Bahn bis nach Petriny bzw. zum Krankenhaus Motol fahren. Tausende Menschen, die täglich in dieses größte Krankenhaus Mitteleuropas reisen, müssen meistens wenigstens einmal von der Straßenbahn in einen Bus umsteigen, um nach Motol zu kommen. Eine U-Bahn-Station vor dem Krankenhaus würden sowohl die Patienten, als auch die Angestellten begrüßen.





