Tagesecho Prager Klinik IKEM eröffnet neues Zentrum für Nikotinsüchtige

26-03-2010 16:02 | Jitka Mládková

Im Prager Institut für klinische und experimentelle Medizin (IKEM) werden herz- und kreislaufkranke Patienten beinahe wie am Fließband operiert. Ursache für die Erkrankungen ist in vielen Fällen die Nikotinsucht. Nicht wenige von ihnen greifen aber schon kurz danach aber schon wieder zu ihrem Liebling – dem Glimmstängel. Nun wollen auch IKEM-Ärzte dagegen ins Feld ziehen. In dieser Woche wurde in dem Krankenhaus das „Zentrum für Nikotinsüchtige“ eröffnet.

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In Tschechien raucht ein Viertel der jungen Menschen zwischen 15 und 20 Jahren. Oberhalb dieser Altersgrenze sind es noch mehr: ein Drittel. Die Gesamtzahl der Nikotinabhängigen hierzulande wird auf 2,5 Millionen geschätzt. Bei der Entwöhnung von den Glimmstängeln - und damit von der Ursache vieler Erkrankungen - wollen nun auch IKEM-Mediziner helfen. Doch viele nikotinabhängige Menschen haben unzählige erfolglose Aufhörversuche hinter sich. Auch für Experten des neuen Zentrums werde die Arbeit also nicht leicht sein, sagt Věra Adámková, Chefärztin der Abteilung für präventive Kardiologie am IKEM:

„Es ist leider nachgewiesen, dass die Rauchsucht zum Teil auch genetisch bedingt ist. Ähnlich wie bei anderen Drogen. Einige Menschen müssen nicht unbedingt viele Zigaretten am Tag rauchen, und trotzdem kann man von einer starken Abhängigkeit sprechen. Viele wollen aufhören zu rauchen, aber es fällt ihnen schwer. Diesen Patienten muss man auf jede mögliche Art und Weise helfen.“

Die Entwöhnung vom Rauchen lässt sich mit einem Langstreckenlauf vergleichen, bei dem starke Motivation und Ausdauer gefragt sind. Dass sich die Beratung der Nikotinsüchtigen keineswegs auf einen gewöhnlichen Vortrag beschränken kann, bestätigt auch Adámková:

„Mit jedem Menschen müssen wir individuell umgehen. Viele von den Rauchern sind gut im Bilde, was sie tun sollten. Oft muss man ihnen einfach nur unter die Arme greifen: ihnen das Wissen geben, dass sie kontinuierlich, Schritt für Schritt beraten werden, dass es also eine Adresse gibt, an die sie sich immer wenden können.“

Doch auch dieses behutsame Vorgehen muss nicht zum Erfolg führen. Das weiß man auch im Prager Institut für klinische und experimentelle Medizin. Věra Adámková:

„Es ist leider so. Man muss es realistisch sehen. Viele Menschen in unserer Bevölkerung verzichten erst im fortgeschrittenen Alter auf das Rauchen, und da haben sie meist schon gesundheitliche Probleme.“

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