Tagesecho Prager Caritasverband öffnet Grundschule in Uganda
Nicht einmal die Grundschulbildung ist im ostafrikanischen Uganda selbstverständlich: Ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung kann nicht lesen und schreiben. Die Leute vom Prager Caritasverband wollen nun auch den Kindern aus den ärmsten Familien in einer der ugandischen Regionen die Möglichkeit bieten, eine Schule zu besuchen. Die ersten 189 Kinder haben sich am 1. Februar im Dorf Kitula in die Bänke der neuen Jan-Nepomuk-Schule gesetzt.
Jarmila Lomozová
Der Caritasverband der Prager Erzdiözese hilft in Uganda seit 2000. Im
Rahmen des Programms „Adopce na dálku“ – zu Deutsch wortwörtlich
eine „Fernadoption“ - konzentriere sich die Caritas vor allem auf die
Bildung, erzählt Jarmila Lomozová. Sie leitet das Zentrum für
Entwicklungsprojekte bei der Prager Caritas. Es handle sich hierbei jedoch
um keine wirkliche Adoption, sondern vielmehr um eine finanzielle
Patenschaft. In der sehr armen Region östlich von der Hauptstadt Kampala
unterstützen tschechische Spender rund 4.000 Kinder, sagt Lomozová:
„Da wir die Bedingungen gut kennen, in denen diese Kinder aufwachsen, und wissen, dass es in der Region an Grundschulen mangelt, haben wir uns entschlossen, eben im Dorf Kitula eine Schule zu bauen.“
Alle Kinder, die die neue Schule besuchen, werden von ihren tschechischen
Paten gesponsert. Der finanzielle Beitrag, den die tschechischen Spender
ihrem Kind zukommen lassen, deckt sämtliche Bildungskosten. Neben der
Schulgebühr werden von der Summe die Schuluniform, die für den Unterricht
notwendigen Materialien, die Verpflegung der Kinder in der Schule sowie die
medizinische Versorgung bezahlt. Denn viele der dortigen Bewohner können
sich eine ärztliche Behandlung nicht
leisten. Die Spender finanzieren auch verschiedene Aktivitäten der Kinder
außerhalb der Schule. In die neu eröffnete Schule gehen Kinder, die aus
finanziellen Gründen bislang keine Schule besuchen konnten. Unter den
Schülern sind aber der auch Kinder, die zuvor Schulen besuchten, die von
ihrem Wohnort weit entfernt waren, sagt Caritas-Mitarbeiterin Lomozová:
„Auf dem Stundenplan stehen die üblichen Gegenstände: Mathe, die
Sprache Luganda, also die Muttersprache der Schüler, sowie Englisch. Wir
bemühen uns um den so genannten ´thematischen´ Unterricht. Es geht
darum, dass die Erkenntnisse von den einzelnen Fächern miteinander
verbunden werden und dass die Kinder lernen, sich im realen Leben zu
orientieren. Im Dezember haben wir vor Ort ein Lehrerteam zusammengestellt.
Und im Januar sind zwei tschechische Freiwillige hinzugekommen, die zu
einem besseren Betrieb der Schule beitragen sollen. Sie werden sich um die
Kinder auch außerhalb des Unterrichts kümmern.“
In Uganda beträgt der obligatorische Schulbesuch sieben Jahre. Bei der Nepomuk-Schule wurde zudem eine einjährige Vorbereitungsklasse eingerichtet. Die Gesamtkapazität der Schule kann binnen einiger Jahre auf bis zu 400 Kinder erweitert werden.










