Prag zwischen den Zeilen – deutsche Autorin initiiert Kurzgeschichten-Wettbewerb

Prag dient immer wieder als Kulisse für Filme und Bücher, so auch beim Kurzgeschichten-Wettbewerb „Prag“. Ausgerufen wurde dieser Schreibwettbewerb von Sina Schneider und ihrer Kollegin Teresa Ginsberg aus Deutschland. Beide leiten die Literaturplattform „Zwischenzeilen“, die deutschsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller fördert. Für den Wettbewerb kann jeder eine deutschsprachige Kurzgeschichte einreichen. Die 20 besten Einsendungen werden nächstes Jahr als Anthologie im WortKuss-Verlag veröffentlicht. Das Literaturhaus in Prag unterstützt das Projekt. Dazu ein Interview mit Sina Schneider.

Sina Schneider (Foto: www.zwischenzeilen.net)Sina Schneider (Foto: www.zwischenzeilen.net) Frau Schneider, Sie sind Schrifstellerin und Gründerin des Literaturprojekts „Zwischenzeilen“. Innerhalb dieses Projekts haben Sie einen Kurzgeschichtenwettbewerb initiiert, der sich um Prag dreht. Was hat es damit auf sich?

„Was mich zum Thema Prag gebracht hat, ist die Tatsache, dass ich Prag liebe. Immer wenn ich in Buchhandlungen stöbere und neuen Lesestoff über Prag suche, dann vermisse ich genau so ein Buch über Prag. Deswegen möchte ich dieses Buch herausbringen.“

Können Sie noch einmal kurz erklären, worauf es bei der Ausschreibung ankommt?

Teresa Ginsberg (Foto: www.zwischenzeilen.net)Teresa Ginsberg (Foto: www.zwischenzeilen.net) „Was die Handlung betrifft, gibt es keine Vorgaben. Es soll in Prag spielen und die Stadt soll von möglichst vielen Seiten beleuchtet werden. Es muss nicht unbedingt der romatisch verklärte Blick über die Karlsbrücke sein, sondern es darf sich auch in den Außenbezirken abspielen. Es ist wichtig, dass Prag zentral hervorkommt.“

Wer bewertet die Einsendungen?

„Die Einsendungen werden zunächst von meiner Mitherausgeberin und mir bewertet. Die Bewertungskriterien sind einmal natürlich, dass es gut geschrieben ist und dass Prag für den Leser greifbar ist. Der Leser soll Prag, wie der Projektname schon sagt, zwischen den Zeilen erfahren können. Die Stadt soll nicht nur bloße Kulisse sein, sondern es soll dem Leser das Gefühl vermittelt werden, er befinde sich auf einer Reise durch oder in Prag.“

In wie weit kooperieren Sie dabei mit dem Prager Literaturhaus?

„Ich habe Kontakt mit Frau Klika vom Literaturhaus. Sie meinte, sie könne sich vorstellen, dass nach der Veröffentlichung des Buchs eine Lesung in den Räumlichkeiten des Prager Literaturhauses stattfindet. Außerdem hilft mir die Institution dabei, die Ausschreibung bekannt zu machen.“

Wenn wir davon ausgehen würden, dass Sie eine Geschichte über Prag schreiben: Wo würde sie beginnen und wo würde sie aufhören?

„Ich habe bereits eine Kurzgeschichte geschrieben, die auch veröffentlicht wurde. Die fing damals in einem kleinen Café in der Kleinseite an und endete an einem Friedhof an der Plzeňská.“

PragPrag Warum ist Prag als Kulisse für eine Kurzgeschichte so spannend?

„Ich finde, Prag ist eine Stadt mit Geschichte. Diese Geschichte begegnet einem in jedem Winkel und man weiß oft gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Und wenn man inne hält, dann erzählen die Gassen, Brücken und Plätze ihre Geschichten und ich finde, dass lässt sich wunderbar in Kurzgeschichten umsetzen.“

Weitere Informationen über die Literaturausschreibung gibt es unter www.zwischenzeilen.net.

Ab Sonntag bis zum darauf folgenden Samstag können Sie abstimmen, welcher Song aus der Woche Ihnen am meisten gefallen hat. (mehr...)