Prag und Bratislava arbeiten an der Bekämpfung der Migration der Roma zusammen

Die Migration der Roma. Ein Problem, über das in den letzen Jahren vor allem im Zusammenhang mit dem Exodus der tschechischen Roma nach Westen berichtet wurde. Doch die Tschechische Republik ist auch ein Zielland der wandernden Roma, und zwar der aus der Slowakei. Markéta Maurová berichtet.

Vizepremiere Pal Csaky und Petr MaresVizepremiere Pal Csaky und Petr Mares Eine gemeinsame tschechisch-slowakische Kommission wird sich künftig mit der Migration der slowakischen Roma nach Tschechien befassen. Auf ihre Konstituierung haben sich die Vizepremiers der beiden Länder an diesem Dienstag geeinigt. Wie sich das Leben der Roma in der Slowakei von dem in Tschechien unterscheidet, darüber informiert Roman Krystof von der Internationalen Organisation für Migration:

"Ein Phänomen, das es in Tschechien nicht gibt, sind die Roma-Kolonien in der Slowakei. Es handelt sich um Dorfkolonien, von denen manche ziemlich entsetzlich aussehen, mit Katen bzw. Häusern aus ungebrannten Ziegeln, meistens ohne Strom und Trinkwasser. In solchen Gemeinden leben etwa 140.000 slowakische Roma. Eine solche Lage herrscht in der Tschechischen Republik doch eher nicht."

Nach Untersuchungen der Internationalen Organisation für Migration halten sich gegenwärtig an die 10.000 slowakische Roma auf tschechischem Gebiet auf. Die Möglichkeiten für die Festlegung der genauen Anzahl sind jedoch beschränkt. Der tschechische Vizepremier Petr Mares dazu:

Roma in der SlowakeiRoma in der Slowakei "Wir bewegen uns auf diesem Feld natürlich ziemlich unsicher, denn die standardgemäßen statistischen Angaben können uns nicht besonders helfen. Der letzten Volkszählung zufolge haben wir in der Tschechischen Republik im Grunde keine Roma-Bürger. Das bedeutet, dass wir andere Wege suchen müssen. Ich will jedoch versichern, dass dabei in keinem Fall zu Menschenrechtsverletzungen kommen wird."

Die Lage erfordere keineswegs außerordentliche Schritte, wie etwa eine Verschärfung der Regeln für den Grenzverkehr, der sehr liberal ist, betont Mares. Nach den Ursachen der Roma-Migration fragte Radio Prag den slowakischen Vizepremier Pal Csaky. Trägt die Reform der öffentlichen Finanzen in der Slowakei daran Schuld?

"Diese scheint nicht die Hauptursache zu sein. Es gibt dort eher andere Aspekte wie die Nutzung bestimmter Möglichkeiten in der Tschechischen Republik. Dies ist gerade das Feld, auf dem wir zusammenarbeiten müssen, um diese Motivation zu beseitigen. Wir haben vor zwei Jahren ein ähnliches Problem mit Belgien und den nordischen Staaten gehabt und es gelang uns, diesen Prozess zu begrenzen. Ich bin überzeugt, dass ähnliche Schritte auch hinsichtlich der Tschechischen Republik ihre Früchte bringen werden."