Tagesecho Präsidentschaftskandidaten trugen ihre Reden vor dem Parlament vor

28-02-2003 | Marketa Maurova

Bereits zum dritten Mal trat der ehemalige Chef der Demokratischen Bürgerpartei ODS und tschechische Ex-Premier Vaclav Klaus vor die Parlamentarier, um ihnen die Beweggründe für seine Kandidatur für das Amt des Staatspräsidenten in einer Rede darzulegen. Erstmals präsentierte sich vor den Abgeordneten der Kandidat der Regierungskoalition, Jan Sokol. Den Inhalt ihrer Vorträge fasst Markéta Maurová zusammen:

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Jan Sokol (Foto: CTK)Jan Sokol (Foto: CTK) Ein Los bestimmte am Freitagvormittag den Kandidat der Regierungskoalition Jan Sokol als den ersten Redner. Er unterstrich in seinem Vortrag, dass die Gründerjahre, in denen charismatische Persönlichkeiten eine große Rolle gespielt hätten, allmählich vorbei seien. Nun komme die Zeit für eine bereits erwachsene Demokratie, eine institutionelle Demokratie:

"Ein überzeugter Demokrat muss sich wünschen, dass die charismatische Macht möglichst bald durch eine institutionelle Macht, durch die Regierung des Rechts, Einhaltung der Regeln und das grundlegende bürgerliche Vertrauen abgelöst wird."

Das Staatsoberhaupt sollte die Wahlergebnisse nicht beeinflussen, es muss die übliche politische Entscheidung der Regierung überlassen, dennoch mit dem Parlament kommunizieren. Begnadigungen soll es möglichst wenig, nur in Ausnahmefällen erteilen. Jan Sokol erwähnte, dass er ein Christ sei, distanzierte sich jedoch entschlossen vom Klerikalismus. Als Hochschulpädagoge unterstrich er auch die Rolle der gebildeten Jugend für das Land und dessen Wirtschaft und Erfolg.

"Als das primäre Interesse der Nation und des Staates betrachte ich es, den jungen Leuten auf ihrem Weg zur bürgerlichen Selbstständigkeit zu helfen."

Vaclav Klaus (Foto: CTK)Vaclav Klaus (Foto: CTK) Vaclav Klaus verglich seine Rolle, in der er bereits zum dritten Mal um das höchste Amt im Lande kämpft, mit einem Märchen, in dem man drei Aufgaben erfüllen muss. Das Leben sei jedoch kein Märchen, und deshalb solle Ihr freier Wille zum Ausdruck kommen," forderte er die Parlamentarier auf. Er redete über die Ideale, die nach seiner Meinung der Tschechischen Republik eine gute Zukunft sichern können. Der Staat solle die Einhaltung von individuellen bürgerlichen Rechten garantieren und seine Bürger sollten sich auf ihre eigenen Kräfte verlassen und dem Neid nicht unterliegen.

"Von allen Gefahren, denen wir uns stellen, kann uns unsere Uneinigkeit am schlimmsten bedrohen. Pflegen wir die Atmosphäre eines ehrwürdigen Wettkampfs und ohne Feindseligkeit, die Atmosphäre des gegenseitigen Zuhörens und keines voreingenommenen Verurteilens, die Atmosphäre einer gemeinsamen Suche nach der Verantwortlichkeit für unser Land. Zollen wir unterschiedlichen Interessen unserer Bürger Respekt und konzentrieren wir uns vor allem darauf, was uns vereint, was die Stabilität unseres Landes sicherstellt."

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