Tagesecho Präsident Havel unterstützt einen Angriff auf Irak

19-09-2002 | Dagmar Keberlova

Der tschechische Präsident Vaclav Havel weilt zu seinem letzten offiziellen Besuch in den USA. Am Mittwoch sprach er dem US-Präsident George Bush Hilfe beim "Kampf gegen das Böse in der Welt" zu.

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Vaclav Havel und George Bush, Foto: CTKVaclav Havel und George Bush, Foto: CTK Zentrales Thema in den Gesprächen der beiden Präsidenten war Saddam Hussein. Dies berichtete auch der Reporter des Tschechischen Rundfunks Miroslav Konvalina aus den USA: "Bei dem einstündigen Gespräch im Weißen Haus, wo Präsident Havel seit dem Regierungsantritt von Präsident Bush zum ersten Mal zu Gast war, waren sich beide Politiker einig, dass die USA das Recht haben, den Irak anzugreifen, sie sollten dies aber nicht alleine tun. Mit Zustimmung des Sicherheitsrates sollten ihnen alle Verbündete in der NATO helfen. Präsident Bush informierte Präsident Havel darüber, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfügt und bereit ist, diese einzusetzen."

Vaclav Havel und George Bush, Foto: CTKVaclav Havel und George Bush, Foto: CTKPräsident Havel verglich das Hussein-Regime mit dem Hitler-Deutschland im Jahre 1938. "Wenn sich damals Europa zusammengeschlossen hätte, hätte es sich später nicht der Gewalt stellen müssen," sagte Havel. Man müsse sich im Interesse des Friedens und der Freiheit mit diesem Mann auseinandersetzen, meinte Bush und stütze seine Worte auch auf seine Kenntnisse von Havels Schriften. "Als ich ihre Texte las", sagte Bush dem tschechischen Präsidenten, sah ich dort genau geschrieben, dass wir uns den Drohungen stellen müssen." Bush bezeichnete Havel als "Symbol von Mut und Tapferkeit" und eine Persönlichkeit, die geholfen hat, die Welt zu verändern." Die beiden Staatsmänner waren sich auch über die Bedeutung des bevorstehenden NATO-Gipfels in Prag einig. Präsident Bush bedankte sich bei der Tschechischen Republik für die Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus. Vaclav Havel bezeichnete seine Reise in die USA aus mehreren Gründen als besonders wichtig - wegen der internationalen Situation nach den Terroranschlägen in den USA, den amerikanischen Bemühungen um eine Veränderung des Regimes im Irak und wegen der geplanten NATO-Erweiterung auf dem NATO-Gipfel, der im November in Prag stattfinden wird. Nicht zuletzt sei diese Reise eine Art Abschied als Präsident der Tschechischen Republik.

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