Tagesecho Postkutschen und Blauer Merkur: 90 Jahre Postmuseum
Es kann sich mit der Bezeichnung das „erste tschechoslowakische Museum“ rühmen, denn es wurde nur wenige Wochen nach der Gründung der Tschechoslowakischen Republik im Jahr 1918 errichtet. Das Prager Postmuseum begeht am 18. Dezember sein 90-jähriges Jubiläum.
Das Kinderlied „Jede, jede poštovský panáček“ kennt in Tschechien
jeder. Es erinnert an die Zeiten, als mit dem Hupen die Ankunft einer
Postkutsche angekündigt wurde. Die Zeit der Postkutschen ist nur eine der
Epochen der Postgeschichte, die im Prager Postmuseum dokumentiert wird.
Patricia Tošnerová ist eine von drei Autoren des Buches über das
Postwesen in den Böhmischen Ländern, das anlässlich des bevorstehenden
Jubiläums erschienen ist.
Postmuseum
„Schon damals 1918 wurde deutlich, dass die Postverwaltung sehr darauf
achtete, die Geschichte der Post zu dokumentieren und eine neue Geschichte
im neuen Staat zu schreiben.“
Das neu entstandene Postmuseum sollte Tošnerová zufolge Dokumente zur Postgeschichte sammeln und vor allem auch die Postdienste unter der Öffentlichkeit propagieren. Diese Aufgaben erfüllt das Postmuseum bis heute:
„Wir haben sehr reichhaltige Sammlungen. Zum einen gibt es hier Sammlungen Hunderttausender von Briefmarken. Zum Zweiten werden im Museum Zehntausende von verschiedenen Urkunden aufbewahrt – darunter gibt es beispielsweise auch Korrespondenz der österreichischen Kaiser aus dem 16. Jahrhundert. Das Postmuseum, das im so genannten ´Vávra-Haus´ in Prag seinen Sitz hat, hat eine Zweigstelle in Vyšší Brod / Hohenfurth. Im Gebäude der ehemaligen Abtei des Zisterzienserklosters sind die verschiedensten Gegenstände ausgestellt, die mit der Postgeschichte zusammenhängen – wie der Briefkasten oder mehrere Postkutschen.“
Das Postmuseum arbeitet eng mit Philatelisten zusammen. Erfreulich sei, so
Tošnerová, dass die Philatelisten in letzter Zeit nicht nur Briefmarken
sammeln, sondern sich für die Postgeschichte überhaupt interessieren.
Wichtig findet sie die internationale Zusammenarbeit:
„Wir arbeiten mit zahlreichen Museen in der ganzen Welt zusammen, weil
das Prager Postmuseum Mitglied der Assoziation der Verkehrs- und Postmuseen
ist. Oft sind bei uns Ausstellungen von unseren Partnermuseen zu sehen –
in der letzten Zeit stellten hier Museen aus Polen, Finnland und Schweden
ihre Exponate aus. Natürlich bereiten wir selbst auch Ausstellungen fürs
Ausland vor – unsere Exponate konnten die Besucher der Postmuseen in
Bern, in Paris, in Breslau, in Finnland und in anderen Ländern
bewundern.“
Falls Sie beispielsweise die seltene Zeitungsbriefmarke, den Blauen Merkur besichtigen wollen, können Sie das Prager Postmuseum in der Straße Nové mlýny besuchen. Es ist täglich außer montags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Die Zweigstelle in Vyšší Brod ist nur von April bis Oktober geöffnet.









