Tagesecho „Plastic People of the Universe“ – hinter der Maske eine neue Scheibe
Die „Plastic People of the Universe“ – dieser Bandname ist in Tschechien ein Begriff. Er steht nicht nur für die frühe Rockmusik in der Tschechoslowakei, sondern auch als Exempel für die perfiden Repressionen des kommunistischen Regimes. Die Plastici, die Plastics, wie sie oft von ihren Landsleuten genannt werden, haben seit Ewigkeiten mal wieder mit einem neuen Album von sich hören lassen.
Vratislav Brabenec (Foto: ČTK)
Fast zehn Jahre hat es gedauert bis die „Plastic People of the
Universe“ wieder ihre Musik auf eine Scheibe gepresst haben. Es ist das
erste Album nach dem Tod des Bandleaders Milan „Mejla“ Hlavsa, der 2001
an Krebs verstarb.
„Auf diesem Album sind nun gar keine Lieder mehr, die Mejla noch hinterlassen hat“, sagt Pianist und Sänger Josef Janíček. Das neue Album heißt „Maska za maskou“ – die Maske hinter der Maske. Das lässt Politisches vermuten. Aber explizit politisch waren die Plastics in ihren Texten eigentlich nie. Saxophonist und Texter Vratislav Brabenec sagt, die Lieder auf dem neuen Album seien einfach Märsche durch das Leben; manchmal traurig, manchmal fröhlich:
„Über Frauen und den Tod. Was soll ich dazu weiter sagen. Aber ich
wäre froh, wenn man die Lieder auch in ihrer Beziehung zu diesem Land
begreifen würde. Ich bin allerdings kein Protest-Songwriter, der
irgendeinen Blödsinn faselt.“
Die „Plastic People of the Universe” sind eine lebende Legende der
jüngsten tschechoslowakischen Geschichte. Ihre Brandmarkung als
langhaarige Asoziale und die Verhaftung einiger Bandmitglieder 1976 war
für Václav Havel und andere Dissidenten ein Impuls, die Charta 77 zu
gründen. Die Plastici standen also der beginnenden
Demokratisierungsbewegung Pate.









