Tagesecho Olympia: Sáblíková holt ihre zweite Medaille und die dritte für Tschechien

22-02-2010 14:56 | Patrick Gschwend

Bronze für Skilangläufer Lukáš Bauer und Gold für Eisschnellläuferin Martina Sáblíková. So sah die Bilanz für Tschechien schon nach den ersten drei Tagen der Olympischen Winterspiele aus. Dann wurde das Land im Medaillenspiegel nach hinten durchgereicht. Am Sonntag aber legte Sáblíková nach, mit einer Bronzemedaille über 1500 Meter. Das Eishockeyteam allerdings verlor das Prestigeduell gegen Russland.

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Martina SáblíkováMartina Sáblíková Zu ihrem Glück musste Martina Sáblíková diesmal förmlich gezwungen werden. Denn eigentlich wollte sie sich für ihre Paradedisziplin, die 5000 Meter, schonen und am Sonntag gar nicht an den Start gehen. Ihr Trainer Petr Novák habe darauf bestanden, dass sie die 1500 Meter läuft, sagte eine strahlende Martina Sáblíková nach der Siegerehrung. Um ihren Hals baumelte die Bronzemedaille. Und dass, obwohl die 1500 Meter nicht gerade ihre Lieblingsstrecke sind:

Foto: ČTKFoto: ČTK „Der Frauen-Wettbewerb über 1500 Meter ist sehr ausgeglichen. Ich habe wirklich nicht geglaubt, dass ich Bronze gewinnen kann. Aber mein Trainer hat sich eine hervorragende Taktik ausgedacht, die ersten zwei Runden sehr technisch zu fahren, mit beiden Händen auf dem Rücken. In der letzten Runde hatte ich daher noch viel Kraft. Die letzte Runde war entscheidend.“

Sáblíková hat ihr Soll in Vancouver schon mehr als erfüllt. Und sie hat sogar noch ein Ass im Ärmel. Am Mittwoch über die 5000 Meter gilt sie als große Favoritin auf ein weiteres Gold.

Tschechische Republik vs Russland (Foto: ČTK)Tschechische Republik vs Russland (Foto: ČTK) Davon sind die tschechischen Eishockeycracks wieder weit entfernt. Nach zwei überzeugenden Siegen setzte es am Sonntag die erste Niederlage: 2:4 gegen den Erzrivalen Russland. Im Mittelpunkt stand einmal mehr der tschechische Altstar Jaromír Jágr, der unmittelbar vor dem vorentscheidenden 1:3 den Puck verlor. Auch wenn das Einsteigen seines russischen Gegenspielers dabei hart an der Grenze zum Foulspiel war, gab sich Jágr eher selbstkritisch:

„Wenn ich den Fehlern nicht gemacht hätte, wäre es ein völlig anderes Spiel gewesen. Aber wir waren danach zwei Tore im Rückstand und es ist dann schwierig ins Spiel zurückzufinden. Auch wenn wir später wieder nah dran waren, mein Fehler war einfach entscheidend.“

Der tschechische Kapitän Patrik Eliáš sah die Defizite allerdings nicht in individuellen Fehlern:

Tschechische Republik vs Lettland (Foto: ČTK)Tschechische Republik vs Lettland (Foto: ČTK) „Ich weiß nicht, wie oft wir in Überzahl gespielt haben, aber leider haben wir keine Tore gemacht. Das muss sich bessern. So etwas kann Spiele entscheiden. Wir müssen Druck machen. In den schwierigen Spielen, die uns jetzt erwarten, müssen wir einen Schuss nach dem anderen abgeben.“ Statt der direkten Qualifikation für das Viertelfinale müssen die Tschechien nun den Umweg über das Achtelfinale nehmen. Gegner dort wird zum zweiten Mal im Turnierverlauf Lettland sein. Wenn die Tschechen den 5:2-Erfolg aus der Vorrunde wiederholen, wartet im Viertelfinale schon ein härterer Brocken: Finnland, der Olympiazweite von 2006.

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