Tagesecho Olympia: Gold für Eiskönigin, Bronze für Langlauf-Staffel, Aus im Eishockey

25-02-2010 15:40 | Martina Schneibergová

Bis auf die Eishockeyspieler haben die tschechischen Athleten bei den olympischen Winterspielen in Vancouver einen glänzenden Mittwoch erlebt. Nach zwölf Tagen hatte das tschechische Olympia-Team drei Medaillen auf dem Konto. Innerhalb von 100 Minuten kamen am Mittwoch zwei weitere Medaillen hinzu.

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Martina Sáblíková (Foto: ČTK)Martina Sáblíková (Foto: ČTK) Es war 24 Minuten vor Mitternacht mitteleuropäischer Zeit, die Eisschnellläuferin Martina Sáblíková näherte sich dem Ziel in einem Superrennen über 5000 Meter. Der Fernsehkommentator schaute sich die bislang beste Zeit von Stephanie Beckert an und fing gleich an zu jubeln:

„Martina schafft es, sie ist eine doppelte Olympiasiegerin geworden und damit in die Sportgeschichte Tschechiens eingegangen“, freute sich der Experte und mit ihm die vielen tschechischen Sportfans vor den Bildschirmen. Für Martina Sáblíková war es die dritte Olympia-Medaille: Nach dem Gold über 3000 Meter, Bronze über 1500 Meter gewann sie auch das 5000-Meter-Rennen:

Foto: ČTKFoto: ČTK „Ich bin für alle Leute gelaufen, die mir die Daumen gedrückt haben, und für meinen Trainer. Mein Trainer hat nie aufgehört, mir zu glauben, dass ich Gold gewinnen kann. In den letzten drei Runden hat er mich sehr angefeuert.“

Schon jetzt ist klar, dass Martina Sáblíková die erfolgreichste Eisschnellläuferin der Winterspiele in Vancouver sein wird. Zudem ist sie die beste Teilnehmerin an Olympischen Winterspielen in der tschechischen Geschichte und die zweitbeste tschechische Olympionikin aller Zeiten. Mehr Medaillen hat nur die Sportgymnastin Věra Čáslavská in den 60er Jahren gewonnen. Die 22-Jährige lehrte zudem die Tschechen, eine hierzulande bislang wenig populäre Sportart – den Eisschnelllauf – zu bewundern. Bis heute gibt es übrigens in Tschechien keine Halle für den Eisschnelllauf. Sáblíková hatte noch vor ein paar Jahren auf einem Teich trainiert.

Von links Martin Jakš, Lukáš Bauer, Jiří Magál a Martin Koukal (Foto: ČTK)Von links Martin Jakš, Lukáš Bauer, Jiří Magál a Martin Koukal (Foto: ČTK) Bevor die favorisierte Sáblíková ihr zweites Gold erkämpfte, hatten die tschechischen Langläufer für eine Medaillenüberraschung gesorgt. Im Rennen über 4x10 Kilometer holte das tschechische Quartett in der Zusammensetzung Jakš, Bauer, Magál und Koukal die Bronze: 22 Jahre nach dem Medaillengewinn in derselben Disziplin in Calgary. Entscheidend war eine heroische Aufholjagd von Lukáš Bauer im zweiten Abschnitt, die die Staffel auf Platz drei brachte.

„Es ist phantastisch! Es war ein hervorragendes Rennen. Der dritte Platz ist ein großer Erfolg“, freute sich Bauer, der vorige Woche die Bronzemedaille über 15 Kilometer gewann.

Foto: ČTKFoto: ČTK Für die tschechischen Eishockeycracks wird sich der Medaillentraum hingegen nicht erfüllen. Im Viertelfinale unterlag das tschechische Team in der Nacht zum Donnerstag den Finnen mit 0:2. Torwart Tomáš Vokoun war neben Jaromír Jágr zweifelsohne der beste Spieler der Mannschaft. Vokouns Leistung konnte das Team jedoch nicht retten.

“Es ist natürlich eine Enttäuschung. Keiner von uns ist gekommen, um im Viertelfinale zum verlieren. Das Eishockey ist kein individueller Sport. Der Misserfolg des Teams ist auch mein Misserfolg.“

Nach dem Triumph von Nagano 1998 und der Bronze von Turin 2006 müssen die Millionen tschechischer Eishockeyfans nun eine bittere Pille schlucken.

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