Tagesecho Offizielle Feierlichkeiten zum Staatsfeiertag nach festem Szenario
Der 28. Oktober ist im Kalender als Staatsfeiertag vermerkt, der auf die Gründung der inzwischen nicht mehr existierenden Tschechoslowakei 1918 zurückgreift. Das Datum gilt insofern eher als Symbol für die Wiederherstellung der tschechischen Staatlichkeit. Traditionell werden an diesem Tag höchste staatliche Ehrungen vorgenommen.
Präsident Vaclav Klaus und Verteidigungsministerin Vlasta Parkanova (Foto: CTK)
Auch in diesem Jahr verliefen die offiziellen Feierlichkeiten zum
tschechischen Staatsfeiertag nach dem traditionellen Szenario, bei dem auch
das feierliche Gelöbnis von neuen Soldaten und Soldatinnen auf dem
Hradschiner Platz fester Bestandteil ist.
Präsident Vaclav Klaus erinnerte die etwa 250 frischgebackenen Militärs daran, dass sie in der Tradition jener stehen, die zur Entstehung der Tschechoslowakei maßgeblich beigetragen hatten - der Tschechoslowakischen Legionen im Ersten Weltkrieg:
"Unsere Legionäre hielten ihr Gelöbnis, der Republik treu zu dienen, für eine Verpflichtung, die nicht gebrochen werden darf."
Präsident Vaclav Klaus (Foto: CTK)
Als Höhepunkt des Staatsfeiertages am 28. Oktober gilt jedes Jahr die
Auszeichnung bedeutender Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die mit
einer Ansprache des Staatspräsidenten im Wladislav-Saal der Burg
eingeleitet wird. Zum fünften Mal bereits hielt sie Vaclav Klaus und
konzentrierte sich vor allem auf außenpolitische Ziele, an denen sich die
Tschechische Republik orientieren sollte. Außer guten Beziehungen zu den
USA sowie anderen Weltmächten ging Klaus auch auf die Position Tschechiens
in Europa und der EU ein. Im globalisierten Europa sollten die Tschechen
ihre nationalen Interessen verteidigen, so etwa lässt sich die Botschaft
des Präsidenten zusammenfassen. Und konkret:
"Das Wertvollste, was gerade wir im sich vereinigenden Europa einbringen können, ist unsere teuer bezahlte historische Erfahrung."
Präsident Vaclav Klaus übergibt Auszeichnung an Vaclav Hudecek (Foto: CTK)
Der tschechische Präsident unterstrich auch die Bedeutung der Beziehungen
zu den Nachbarländern Tschechiens. Als hervorragend und im längeren
historischen Kontext einmalig bezeichnete er das Verhältnis zu der
Slowakei. Traditionell fest und freundschaftlich seien die Beziehungen zu
Polen. Er sehe aber auch zwei Probleme - das österreichische Nein zur
tschechischen Atomenergie und das sich wiederholende Infragestellen der
Nachkriegsgestaltung Mitteleuropas durch "nicht unbedeutende
politische Kreise des westlichen Nachbarlandes."
"Nutzen wir jede Gelegenheit, diesen Nachbarländern unsere Position freundlich zu erläutern. Wir müssen sie aber auch resolut verteidigen können. Die Elektrizität brauchen wir und zum zweiten: Die Geschichte ist und muss Geschichte bleiben. Sie für politische Ziele zu missbrauchen ist unannehmbar und sehr riskant."
Die höchsten Auszeichnungen der Tschechischen Republik haben diesmal 24 Persönlichkeiten erhalten - für ihre Verdienste im Zweiten Weltkrieg oder im Widerstand gegen das kommunistische Regime, aber auch für ihr Engagement in verschiedenen Bereichen des heutigen gesellschaftlichen und kulturellen Lebens.






