Neues Land, neue Sprache – Erasmus in Prag

Das Sommersemester hat begonnen – doch nicht für jeden Studenten der Karlsuniversität ist es ein normales Semester.

Illustrationsfoto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen RundfunksIllustrationsfoto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks Alles ist ganz aufregend – ein neues Land, eine fremde Sprache und viele Kommilitonen aus allen möglichen Ländern. Die neuen Erasmusstudenten an der Prager Karlsuniversität sammeln gerade in den ersten Wochen viele neue Eindrücke. Felix aus Hamburg ist schon seit einigen Wochen an der Moldau und hat sich bisher gut eingelebt. Bis jetzt hat er vor allem angenehme Erfahrungen gemacht.

„Ich habe durchweg positive Eindrücke sammeln können. Besonders die Seminare sind sehr strukturiert. Der Dozent erklärt die Studieninhalte sehr verständlich. Außerdem sind die Kommilitonen sehr nett. Ich würde also jedem empfehlen, zum Studieren hierher zu kommen. Zumal Prag ja auch nicht so weit weg ist von Deutschland.“

Sabine, eine Medizinstudentin aus Frankfurt, hatte es da etwas schwieriger. Ihre ersten Tage in Prag war nicht nur angenehm.

„Die erste Woche hat nicht meinen Vorstellungen entsprochen. Anders als bei anderen Fakultäten gibt es bei der Medizin keine Einführungsveranstaltung. Das bedeutete für mich, dass ich nicht wirklich begleitet wurde und alles alleine organisieren musste.“

Natürlich werden auch gleich erste Vergleiche zur Heimatuniversität gezogen. Dabei fällt auf, dass das Unileben an der Karlsuniversität oftmals ganz anders ist als zu Hause. Das hat auch Lina aus Köln gemacht:

„Ich habe einen großen Unterschied zwischen dem Studienaufbau der Karlsuniversität und Universität in Köln wahrgenommen. An meiner Universität hat man meist nur Vorlesungen mit 300 anderen Studenten. Zudem kann man keine Beziehung zu deinen Professoren aufbauen. Das ist hier ganz anders. Man sitzt mit 20 anderen in einem Raum und hat so auch die Möglichkeit, direkt mit dem Professor reden und Fragen stellen. Das finde ich wirklich toll.“

Und Felix aus Hamburg meint:

„Man merkt die Unterschiede zwischen tschechischen Hochschulsystem und dem in Deutschland, beziehungsweise Hamburg. Gerade bei der Struktur und der Leistungsanforderungen ist mir das aufgefallen. In den Seminaren, die ich hier belegt habe, muss man regelmäßig Essays abgeben. Zusätzlich werden noch Tests geschrieben. An der Hamburger Universität hingegen muss ich während des Semesters eine Präsentation halten. Am Ende wird dann meist noch eine Hausarbeit gefordert.“

Die Karlsuniversität bietet eine große Auswahl an englischsprachigen Kursen an. Studenten an der medizinischen Fakultät haben die Möglichkeit, während des Studiums kostenlos die tschechische Sprache zu lernen. Das ist aber nicht überall so, wie Lina aus Köln berichtet:

„Die sozialwissenschaftliche Fakultät bietet vor Beginn des Semesters einen kostenlosen tschechischen Sprachkurs an. Der Nachteil dabei ist, dass man schon einen Monat vor Beginn des Studiums anreisen muss. Leider war dies für mich nicht möglich, da ich an meiner Universität in Köln noch Klausuren schreiben musste. Ich könnte den Kurs während des Semesters machen. Dies würde mich aber ungefähr 150 Euro kosten.“

Es ist also abzuwarten, was die deutschen Studenten in dem kommenden Semester noch alles erleben.