Tagesecho Neue Arten von Fledermäusen, Spinnen und der Schakal in Mähren entdeckt
Der Klimawandel, der seit längerer Zeit auf unserer Erde beobachtet wird, hat vielfältige Auswirkungen. Tiere zum Beispiel müssen sich den Veränderungen ihrer Lebensräume anpassen. Nicht selten führt das zum Wechsel oder zur Ausdehnung ihres Verbreitungsgebiets. Veränderungen in der Tierwelt werden mittlerweile auch in Tschechien vermehrt beobachtet.
Schakal
Der Schakal ist ein Subtribus der Hunde. Sein Verbreitungsgebiet liegt
ursprünglich außerhalb Europas. Doch auf dem Balkan ist er schon seit
Jahren heimisch geworden. Inzwischen gilt sogar die Ausbreitung dieses
wolfsähnlichen Wildhundes bis nach Mitteleuropa als nachgewiesen. Der
Körper eines toten Schakals wurde nämlich unlängst von Tierexperten
nahe
der mährischen Stadt Kroměříž / Kremsier entdeckt. Nach Meinung von
Jan Plesník von der Agentur zum Schutz der Natur und Landschaften sei
aber
nicht zu befürchten, dass er nun massenhaft nach Tschechien einwandert:
Jan Plesník
„Heute gibt es bereits 10.000 Schakale in Bulgarien und 1000
Schakale in
Ungarn, dort werden sie auch ständig abgeschossen. Mit einer Invasion der
Tiere nach Tschechien rechne ich aber nicht. Zwar wird der Schakal bei uns
immer öfter auftauchen, mit großer Wahrscheinlichkeit aber sind das
stets nur
einzelne Tiere.“
Weshalb aber zieht es einen Aasfresser wie den Schakal inzwischen bis in die mährischen Wälder und Dörfer?
„Die Gründe dafür können auch darin liegen, dass das Umfeld des Menschen reichlich Nahrung bietet, vor allen durch Abfall und Essensreste. Das ist ein gefundenes Fressen für den Schakal. Schakale entwickeln sehr schnell ein Gespür für Abfälle, sie sind sogar in der Lage, auch eine ganze Mülltonne wegzuziehen“, erläutert Jiří Gaisler vom Institut für Botanik und Zoologie in Brno / Brünn.
Lebensraum des Goldschakals (Quelle: Jonathan Hornung, Creative Commons 3.0)
Sein Kollege Zdeněk Řehák wiederum versucht die Wanderung des Schakals
zu erklären:
„Ich muss zunächst klarstellen: Hier geht es um eine Vergrößerung des Lebensraums und nicht darum, dass ein Tier sein Verbreitungsgebiet im Süden verlässt und nach Norden wandert. Diese Expansion kann ihre Ursache sowohl im Klimawandel haben als auch in der Veränderung der Ökosysteme oder Landschaften.“
Die Zuwanderung von größeren Säugetieren wie dem Schakal nach Mähren ist allerdings eher eine Ausnahme. Anders sei das bei den Kleinsäugern, wie Zoologe Jiří Gaisler sagt:
Langflügelfledermaus (Foto: Marko König)
„In letzter Zeit wurden bei uns einige Arten von Säugetieren
entdeckt,
die es früher hier nicht gab. Eine davon haben wir hier (im Kühlschrank)
aufbewahrt: Es ist eine Langflügelfledermaus.“
Die ersten Exemplare der ansonsten vor allem in den Alpen beheimateten Fledermausart hat ein tschechischer Zoologe Ende April in einer Felswand der vielen Schluchten im mährischen Karst von Hranice / Mährisch Weißkirchen entdeckt. Bisher waren in diesen Schluchten nur andere Fledermausarten wie zum Beispiel der Große Abendsegler anzutreffen. Aber auch weitere Tiergattungen erhalten Zuwachs, sagt Gaisler:
Donau-Kammmolch (Quelle: Zsoldos Márton)
„Von den niederen Wirbeltieren lässt sich eine Art der
Wassermolche
nennen, und zwar der Donau-Kammmolch. Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt
südöstlich von uns, ein weiterer Lebensraum von ihm ist die südliche
Slowakei. In Tschechien wurde er nun auch in Südostmähren
gesehen.“
In den zurückliegenden drei Jahren in Tschechien entdeckt wurde auch eine ganze Reihe von exotischen Spinnen. Einige davon sind eigentlich in Mittelamerika zu Hause. Laut Aussage von Fachleuten braucht man vor ihnen jedoch keine Angst zu haben: Die Mehrzahl von ihnen ist weder bissig noch giftig.






