Nationaltheater Ostrau eröffnet Saison

Das Mährisch-Schlesische Nationaltheater in Ostrau geht in seine 99. Saison.

Mährisch-Schlesisches Nationaltheater (Foto: Paul167, CC BY-SA 2.5)Mährisch-Schlesisches Nationaltheater (Foto: Paul167, CC BY-SA 2.5) Die 99. Saison im Mährisch-Schlesischen Nationaltheater in Ostrau wird am Samstag eröffnet. Ab da heißt es in zwei Theatergebäuden wieder „Bühne frei“ für Opern, Musicals, Ballettvorstellungen und Schauspiele. Opernfans können sich dabei auf vier Premieren freuen. So steht im Oktober eine Neuinszenierung von Verdis Otello auf dem Programm. Aber auch die vermutlich meist gespielte Oper, Verdis La Traviata, wird in Ostrau neu einstudiert. Theaterdirektor Jiří Nekvasil:

„Wir haben gespürt, dass La Traviata eine Art Evergreen ist. Sie steht seit der Gründung unseres Hauses auf dem Repertoire. Die Zuschauer lieben die Oper, sie wird daher mehrmals in der Saison aufgeführt. Die alte Inszenierung hat uns nicht mehr gefallen. Ich halte jedoch zwei weitere neue Operntitel für besonders wichtig: Glucks ‚Iphigenie in Aulis‘ und die ‚Lady Macbeth von Mzensk‘ von Schostakowitsch.“

Jiří Nekvasil (Foto: Jana Chládková, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Jiří Nekvasil (Foto: Jana Chládková, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Die „Iphigenie in Aulis“ von Christoph Willibald Gluck wurde noch nie in Ostrau gespielt. Das Theater werde sie in der Fassung von Richard Wagner von 1847 einstudieren, sagt der Theaterdirektor.

„Gluck steht zwischen Barock und Klassizismus und gilt als ein Opernreformator. Der heutige Trend bei Glucks Opern bevorzugt eine historische Aufführungspraxis mit Barockinstrumenten. In unserem Theater bilden jedoch romantische und sogenannte veristische Opern sowie Werke des 20. Jahrhunderts den Schwerpunkt des Repertoires. Darum haben wir uns für die Wagner-Fassung entschieden. Wagner sah in Glucks Iphigenie die Wurzel der dramatischen Oper. Die Aufnahme leitet bei uns der international anerkannte polnische Opernregisseur Michał Znaniecki.“

„Lady Macbeth von Mzensk“ von Dmitri Schostakowitsch wird im Rahmen einer Opernserie aufgeführt. Jiří Nekvasil bezeichnet sie als „Hits des 20. Jahrhunderts“. Eröffnet wurde diese Serie im Jahr 2010 mit „Cardillac“ von Paul Hindemith.

Tom Waits (Foto: Postdlf, CC BY-SA 2.5)Tom Waits (Foto: Postdlf, CC BY-SA 2.5) „Auch ,Lady Macbeth von Mzensk‘ gehört zu den bedeutendsten Werken des 20. Jahrhunderts, die in den Opernhäusern gespielt werden. Es ist ein mitreißender, dramatischer Opus. Ich hoffe, wir können die Zuschauer davon überzeugen, dass die Werke des 20. Jahrhunderts sehr aktuell und modern sind und die Musik verständlich ist. Man braucht keine Angst vor diesen Werken zu haben.“

Das Ballettensemble wird einen aus drei Choreographien zusammengesetzten Tanzabend mit dem Titel „All that Jazz, Rock, Blues“ einstudieren. Der Theaterdirektor:

„Wir wollten den Abend als eine Huldigung an den Tanz gestalten. Zwei Choreographien stammen von international renommierten Choreographen. Nach einem Jahr Pause haben wir wieder Itzik Galili zu uns eingeladen. Besonders freue ich mich darüber, dass wir ,Rain Dogs‘ mit Musik von Tom Waits aufführen. Die Choreographie hat Johan Inger aus Schweden entworfen. Er war zu Besuch in unserem Theater und hat die Tänzerinnen und Tänzer für das Stück ausgesucht. Ostrau hat ihn dabei beeindruckt. Hoffentlich lässt sich die Zusammenarbeit fortsetzen. Bisher ist noch in keinem anderen tschechischen Theater eine von Ingers Choreographien aufgeführt worden.“