Tagesecho Nach 15 Jahren Vorbereitung startet einheitliches Abitur

29-03-2011 16:49 | Markéta Kachlíková

Rund 15 Jahre lang wurde am einheitlichen, vom Staat kontrollierten Abitur gefeilt. Kritik kam immer wieder von allen Seiten, und so wurde die Einführung des Zentralabiturs mehrmals verschoben. Am 1. April aber soll es endlich gestartet werden.

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Foto: Jindřichohradecký deníkFoto: Jindřichohradecký deník In fast 1400 Schulen hierzulande, von Gymnasien bis zu Berufsschulen, wartet man mit Spannung auf die diesjährigen Abiturprüfungen. Die Fragen werden zum Teil wie bisher, also von Lehrern der jeweiligen Schule vorbereitet. Neu aber ist: Es wird auch einen landesweit einheitlichen Teil geben, der vom Bildungsministerium verteilt werden soll. Dieser zentrale Teil soll einen gewissen Standard im Abitur garantieren. Das Ziel ist, dass dann in Zukunft nur noch das Ergebnis des Schülers beim Abitur als Aufnahmekriterium an einer Hochschule reichen soll.

Josef Dobeš und Pavel Zelený (Foto: ČTK)Josef Dobeš und Pavel Zelený (Foto: ČTK) „Ich bin überzeugt, dass wir das Mögliche getan haben und dass auch weitere Aufgaben, die vor uns stehen, so zu Ende gebracht werden, dass das staatliche Abitur ordentlich abläuft und keine ernsthaften Fehler auftauchen. Ich glaube fest, dass wir am 20. Juni zusammenkommen und feststellen: Das Abitur ist gut gelungen“, sagte Bildungsminister Josef Dobeš am Montag.

Während der gesamten Vorbereitung wurde die zentrale Reifeprüfung heftig kritisiert. Die Fragen würden die Wissensfelder nicht ausreichend abstecken und der bürokratische Aufwand sei zu groß, hieß es. Hingewiesen wurde auch auf die hohen Kosten. Im Vergleich mit der Einführung eines ähnlichen Prüfungssystems in der Slowakei lägen sie etwa zwanzigmal höher.

Im Oktober vergangenen Jahres fand dann eine Generalprobe für das staatliche Abitur statt. Ein Drittel der Schüler, die teilnahmen, fiel durch. Trotzdem hat das Bildungsministerium die Ansprüche nicht gesenkt.

Die Generalprobe wies zudem auf technische und methodische Fehler hin. Pavel Zelený, der Leiter des Zentrums für Erforschung der Bildungsergebnisse (CERMAT), das das Zentralabitur gestaltet hat, informierte am Montag, diese Fehler seien nun behoben. Des Weiteren seien einige weniger verständliche Passagen in den Prüfungsformularen korrigiert worden.

„Im Moment muss man sich dem menschlichen Faktor in den Schulen widmen. Das ist natürlich das größte Problem bei der Vorbereitung des Abiturs. Wir kommunizieren mit den Schuldirektoren, machen Schulungen für sie, wir vermitteln Informationen. Wir haben eine interaktive DVD vorbereitet, um den Schulen möglichst entgegenzukommen.“

Die Fragen und Tests sollen am Tag des Abiturs in versiegelten Kisten in die Schulen gebracht werden. Nachdem die Schüler die Tests ausgefüllt haben, werden diese von ihren Lehrern ausgewertet, eingescannt und zur Verarbeitung in die Zentrale abgeschickt. Für die Zukunft sind auch Online-Prüfungen vorgesehen.

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