Mittelböhmen für Touristen

In Prag besteht ein neues Infozentrum des Kreises Mittelböhmen, das sich auch an ausländische Besucher wendet.

Foto: Infozentrum des Kreises MittelböhmenFoto: Infozentrum des Kreises Mittelböhmen Durch die Straße in der Prager Altstadt strömen täglich Tausende von Touristen. Denn sie führt zur Karlsbrücke und ist Bestandteil des sogenannten „Königswegs“. Das neue Informationszentrum des Mittelböhmischen Kreises ist in einem historischen Haus an der Ecke der Straßen Karlova und Husova untergebracht. Der Ort ist gut dafür geeignet, um die zahlreichen vorbeieilenden Touristen anzusprechen. Vít Rakušan (Stan) ist stellvertretender Kreishauptmann in Mittelböhmen. Er ist für den Bereich Tourismus zuständig.

„Der Hauptgrund für die Entstehung des Infozentrums war, dass wir mehr Besucher auch in unsere Region bringen möchten. Dies ist nicht einfach, weil Prag für uns eine große Konkurrenz darstellt. Aber umgekehrt ist es vielleicht auch ein Vorteil, dass die Prag-Besucher auch in andere Städte einladen können. Darum befindet sich das Informationszentrum hier im historischen Stadtkern.“

Infozentrum des Kreises Mittelböhmen (Foto: Martina Schneibergová)Infozentrum des Kreises Mittelböhmen (Foto: Martina Schneibergová) Nora Dolanská leitet die seit Frühjahr bestehende Tourismuszentrale Mittelböhmens. Die Zusammenarbeit mit der Hauptstadt hält sie für notwendig und selbstverständlich.

„Mittelböhmen ist ein Kreis, der sozusagen den ,Knödel‘ Prag in der Mitte hat. Wir suchen daher die Kooperation mit der Stadt. Die Hauptsaison für Mittelböhmen liegt im Sommer – im Juli und August. Aber in Prag ist die Topsaison im Frühjahr und Herbst, dies möchten wir ausnutzen. Besucher, die im Frühjahr oder Herbst nach Prag kommen, möchten wir auch in die Orte Mittelböhmens bringen und umgekehrt.“

Laut Dolanská haben nicht selten Touristen eigentlich nur vor, Prag zu besuchen. Erst während ihres Aufenthaltes entscheiden sie sich aber dann, auch ein paar Orte in der Umgebung zu besuchen.

„Es gibt Touristen, die nach drei Tagen in Prag sagen, hier sei es zu voll von Menschen. Dann stellen sie sich die Frage, was sie Weiteres unternehmen sollen. Dazu sind wir hier und empfehlen ihnen einen Ausflug in die Natur, eventuell mit einer Übernachtung. Danach können sie wieder nach Prag zurückkehren. Wir haben inzwischen schon positive Reaktionen von den Besuchern. Sie sind sehr zufrieden und dankbar für die Reisetipps.“

Infozentrum des Kreises Mittelböhmen (Foto: Martina Schneibergová)Infozentrum des Kreises Mittelböhmen (Foto: Martina Schneibergová) Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des neuen Informationszentrums sprechen einige Sprachen – neben Englisch auch Deutsch, Französisch, Spanisch und Russisch. Auch die Infomaterialien gibt es in mehreren Sprachen. Vorgestellt werde dort die ganze Region Mittelböhmen, sagt Vít Rakušan:

„Derjenige, der zum ersten Mal Tschechien besucht, wird sich vielleicht die Unesco-Stadt Kutná Hora nicht entgehen lassen. Es gibt aber noch weitere Orte mit bedeutenden Sehenswürdigkeiten: In Kolín befinden sich beispielsweise eine schöne barocke Synagoge und ein jüdischer Friedhof, der genauso alt ist wie der Alte Jüdische Friedhof in Prag.“

Auch Nora Dolanská hat einen Tipp für Touristen, die Mittelböhmen besuchen:

„Das Schloss Vrchotovy Janovice würde ich persönlich den Besuchern empfehlen. Das Schloss war nach dem Ersten Weltkrieg ein Treffpunkt von Schriftstellern und Künstlern, die auf Einladung von Sidonie Nádherná die Residenz besucht haben. Zu ihnen gehörten unter anderem Karl Kraus, Rainer Maria Rilke oder Karel Čapek.“