"Mittelalterliche deutsche Literatur in Böhmen und über Böhmen" - Germanistik-Konferenz in Ceske Budejovice

"Die mittelalterliche deutsche Literatur in Böhmen und über Böhmen" war Thema einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz, die vom 12. bis 15. September an der Südböhmischen Universität in Ceske Budejovice / Budweis stattgefunden hat. Wissenschaftlicher Garant der Konferenz war Frau Doz. Hildegard Bokova, Leiterin des Instituts für Germanistik der Pädagogischen Fakultät der Südböhmischen Universität.

"Unsere kleine Tagung über die mittelalterliche deutsche Literatur in Böhmen und über Böhmen findet eigentlich schon zum zweiten Mal statt. Wir hatten bereits 1999 das gleiche Thema, und das Echo war so groß, dass die Teilnehmer gesagt haben, das muss weitergehen, das ist noch längst nicht alles gesagt worden. Und deswegen haben wir uns entschlossen, in diesem Jahr die zweite Version zu veranstalten."

Das Treffen von 30 Germanisten und Literaturhistorikern aus Tschechien, Deutschland, der Schweiz, aber auch aus England und aus Australien hat nicht nur zum Austausch wissenschaftlicher Informationen über die deutschsprachige Literatur in den böhmischen Ländern im 13. bis 15. Jahrhundert, sondern auch zur Vertiefung des heutigen Bildes der gegenseitigen Beeinflussung der beiden Nationalkulturen in der Geschichte beigetragen.

Zur Beteiligung der ausländischen Gäste sagte Hildegard Bokova:

"Es ist eigentlich ein bisschen kurios, aber auch eigentlich sehr schön, dass in Australien, in Sydney ein Professor sitzt, ein Engländer, der sich mit alter deutscher Literatur aus Böhmen beschäftigt. Er hat einen Beitrag über den "Ackermann aus Böhmen" gehalten und er hat sehr großen Erfolg damit gehabt. Die Diskussion war sehr lebhaft."

Und was für Themen wurden in Budweis erörtert?

"Die Themen sind ganz bunt, es geht natürlich um den "Ackermann", es geht um den Vergleich von deutscher und tschechischer Literatur, wenn sie sich also mit dem gleichen Thema beschäftigen. Und was auf dieser Konferenz ganz besonders schön ist, ist die Tatsache, dass hier also wirklich super Fachleute da sind, also Professoren, anerkannte Wissenschaftler, und ganz junge Leute, Nachwuchswissenschaftler. Wir haben einen guten Beitrag von einer jungen Kollegin aus Budweis gehört, wir haben Beiträge von jungen Kollegen aus Brünn gehört, eine Kollegin aus Aussig hat auch einen Beitrag gehalten. Und das freut uns ganz besonders, denn wir hatten in der letzten Zeit fast den Eindruck, dass das Interesse an der älteren deutschen Literatur sich vor allem auf Budweis konzentriert, und wir sind sehr froh, dass jetzt mein Mann, Professor Bok, nicht mehr ganz allein da steht, und dass es auch junge Leute gibt, die dieses Thema weiter verfolgen werden."

Soweit Frau Dozentin Hildegard Bokova, Leiterin des Instituts für Germanistik der Pädagogischen Fakultät der Südböhmischen Universität in Ceske Budejovice / Budweis.