Tagesecho Mit der Bahn über Fratres nach Slavonice

21-07-2004 | Martina Schneibergová

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SlavoniceSlavonice Ende Juni wurden im südböhmischen Slavonice Gespräche über die Wiederbelebung einer Bahnverbindung geführt, die von Slavonice nach Waldkirchen in Niederösterreich führen soll. Der Bahnverkehr von der Gemeinde Kostelec bei Jihlava (Iglau) nach Schwarzenau wurde in den Jahren 1946-47 eingestellt. Nach der Errichtung des Eisernen Vorhangs wurde die Verbindung über die Grenze vollständig abgebrochen. Auf der tschechischen Seite blieb noch der Bahnabschnitt von Kostelec nach Slavonice im Betrieb. Auf österreichischer Seite nur die Strecke Schwarzenau-Waldkirchen. Damit sind auf tschechischer Seite knapp 2 Kilometer und auf österreichischer Seite etwa 6 Kilometer stillgelegte Gleise vorhanden. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hat man sich gleich bemüht, den Bahnverkehr wie ursprünglich wiederzubeleben. Von Anfang an haben sich die Gemeinden auf beiden Seiten der Grenze engagiert. Es gelang ihnen jedoch nicht, ihr Vorhaben durchzusetzen. Ivan Studlar ist in der Sektion für die Regionalbeziehungen der Tschechischen Bahn (CD) für den Südböhmischen Landkreis zuständig:

"Erst nach der Entstehung der Landkreise im Jahre 2002 einigten sich die Landkreise Südböhmen und Vysocina mit der österreichischen Seite darauf, eine ausführliche Studie über die Verwirklichung der Bahnverbindung von Kostelec nach Schwarzenau in Niederösterreich auszuarbeiten. Das beinhaltet die Erneuerung des Bahngrenzübergangs Slavonice-Fratres. Es zeigte sich, dass das Vorhaben realistisch ist. In diesem Jahr wurde eine Erklärung über das Projekt von Vertretern der beiden tschechischen Landkreise und von Niederösterreich unterzeichnet."

In der ersten Etappe soll Ivan Studlar zufolge der Bahnabschnitt von Slavonice nach Waldkirchen in Betrieb genommen werden. Zur Zeit sind schon Bauarbeiten auf beiden Seiten der Grenze im Gange. Es wird damit gerechnet, dass die Bahnstrecke im Jahre 2006 in Betrieb genommen werden kann. Ivan Studlar dazu:

"Wir rechnen damit, dass etwa 6 Personenzüge, davon drei Eilzüge, täglich fahren werden. Außerdem wird mit zwei Güterzügen täglich gerechnet. Für die österreichische Seite beteiligt sich die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft an der Erneuerung des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs. Die Kosten für den Bau des fehlenden Bahnabschnitts auf tschechischer Seite werden auf ca. 2 Millionen Euro, auf österreichischer Seite auf 5,5 Millionen Euro geschätzt."

Die Gesamtkosten für die Wiederbelebung der Bahnverbindung werden jedoch höher sein, weil u.a. auch mit dem Umbau der bestehenden Bahnhöfe, bzw. Bahneinrichtungen gerechnet wird. Der Südböhmische Landkreis verspricht sich von dem Projekt, dass die Verbindung der Hauptstadt des Landkreises Ceske Budejovice/Budweis mit den östlichsten Städten im Landkreis - Dacice und Slavonice - viel schneller sein wird.

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