Tagesecho Konzentrationslager Mauthausen: Gedenktafel für Liedermacher Karel Hasler
Seit dem Wochenende erinnert eine Gedenktafel an den tschechischen Musiker, Sänger, Komponisten und Schauspieler Karel Hasler. Feierlich enthüllt wurde sie an dem Ort, an dem Hasler 1941 ums Leben kam: im Konzentrationslager Mauthausen.
Foto: CTK
"Vor einigen Jahren ist der Vorstand des Kulturklubs der
Tschechen und
Slowaken in Österreich auf die Idee gekommen, für Karel Hasler eine
Gedenktafel im KZ Mauthausen zu errichten", erzählt der
stellvertretende Kulturklub-Obmann Richard Basler. "Also haben
wir
uns entschlossen, zum sechzigsten Jahrestag des Kriegsendes eine
Spendenaktion für diese Gedenktafel auszurufen."
Am vergangenen Wochenende konnte der lange gehegte Plan schließlich in die Tat umgesetzt werden: Auf dem Gelände des ehemaligen Lagers im oberösterreichischen Mauthausen versammelten sich Mitglieder tschechischer Vereine, Vertreter des Prager Parlaments sowie Rudolf Jindrak, der tschechische Botschafter in Wien, zur Enthüllung der Kupfertafel beim einstigen Krematorium III.
"Der Gedenkakt war sehr berührend", sagt Richard
Basler.
"Insbesondere, als das Lied 'Pluji mraky do daleka' gespielt
wurde.
Das war das letzte Lied, das Karel Hasler 1941 in Mauthausen komponiert
hat, und das von Mitgefangenen hinausgeschmuggelt werden
konnte."
Das wohl bekannteste Lied von Karel Hasler ist sozusagen allen tschechischen Liedern gewidmet: 'Ta nase pisnicka ceska' - unser tschechisches Lied. Hasler selbst hatte nach der Okkupation durch Hitlerdeutschland zu seiner Melodie einen neuen Text geschrieben. Einen Text, der sich gegen die Besatzer richtete. Das Bekenntnis des Künstlers zur Satire auch unter widrigen Umständen konnte den Nazi-Schergen nicht verborgen bleiben. Im September 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet, am 22. Dezember verstarb er 62-jährig im Konzentrationslager Mauthausen.
Neben seinen Liedern und Filmen und der nun enthüllten Gedenktafel
hinterlässt Hasler noch ein kleines Vermächtnis: Bereits zu Lebzeiten
hatte der Mann mit der heiseren Stimme einen Vertrag mit einer
Bonbon-Firma unterschrieben und dieser quasi das Recht auf die Verwendung
seines Namens verkauft. In Tschechien und der Slowakei sind die
"Haslerky" bei Husten und bei Heiserkeit heute noch beliebt.







