Tagesecho Konferenz der Auslandsamerikaner in Prag
Am Wochenende hat in Prag eine Konferenz der im Ausland lebenden Amerikaner stattgefunden.Die Mitglieder der Koalition "Amerikanische Stimmen im Ausland" sowie ihre Anhänger wollen gegen die Wiederwahl des amerikanischen Präsidenten George Bush kämpfen. Mehr dazu von Dagmar Keberlova.
Scott Ritter, Foto: CTK
Hierzu haben in Berlin lebende Amerikaner Anfang November eine Kampagne
begonnen, und sie wollen unter anderem mindestens 100.000 Unterschriften
unter ihrer Petition sammeln. In Tschechien vereint die Koalition
allerdings lediglich 10 Amerikaner und bis heute haben sie einige Dutzend
Unterschriften gesammelt. Warum die Konferenz in Tschechien, einem Land,
das die USA im Irak-Krieg unterstützt hat, und nicht beispielsweise in
Deutschland oder Frankreich ausgetragen wurde, ist fraglich. Einer der
Aktivisten, der ehemalige Waffenexperte Scott Ritter, der in Prag anwesend
war, gab zu, dass er die bejahende Stellungnahme der Tschechen zur
US-Aktivitäten nicht versteht, weil er kein Tscheche sei, in Zeiten des
Kalten Krieges unter dem totalitärem Regime der Sowjetunion nicht gelebt
hätte und nicht wisse, was es heißt, der Menschenrechte beraubt zu werden.
Die Tschechen würden anhand ihres Vertrauens in die USA, dass Amerika
recht tut und Freiheit verbreitet, Kritik an den USA nur schwer annehmen.
In der tschechischen Presse waren über diese konkrete Konferenz am Montag
keine Kommentare zu finden. Doch die meisten allgemeinen Kommentare zum
Thema unterstützen die USA im Irak. Hier ein Kommentar als Beispiel, der
letzte Woche vom stellvertretenden Chefredakteur der Tageszeitung Mlada
Fronta Dnes publiziert wurde und in dem sich William Buchert mit den
Demonstranten gegen Bush beschäftigt: "Warum demonstrieren die
Menschen auf den Strassen nicht gegen die fanatischen Mörder der Al -
Quaida, die alle ohne Rücksicht auf Glauben, Rasse oder Nationalität
töten? Warum verurteilt niemand massenhaft die palästinensischen
Terroristen und wollte nicht den tatsächlichen Nah - Ost - Hitler, nämlich
Saddam Hussein, stürzen? George Bush hat sicher wie jeder Politiker viele
Fehler gemacht, aber er ist sicher keine Ursache des Terrorismus in der
Welt. Seine Regierung hat zwei der widerlichsten Diktator-Regime gestürzt
- in Afghanistan und im Irak - und nur schwierig könne man daran zweifeln,
dass Bush Frieden verbreiten will." Soweit William Buchert in Mlada
Fronta Dnes.






