Tagesecho Koalitionsverhandlungen: Einführung von Studiengebühren fixiert
In vielen Ländern gehören sie bereits zum Hochschulalltag und auch in Tschechien wird seit längerer Zeit darüber diskutiert. Die Rede ist von Studienbeiträgen. Nun hat sich die entstehende Mitte-Rechts-Koalition auf die Einführung von Studiengebühren verständigt.
Maximal 10.000 Kronen (rund 400 Euro) pro Semester sollen tschechische
Studenten in Zukunft für ihre Hochschulbildung bezahlen. Darauf haben sich
am Dienstag die Vertreter von Bürgerdemokraten, TOP 09 und der Partei der
Öffentlichen Angelegenheiten bei ihren Koalitionsverhandlungen geeinigt.
Die genaue Höhe der Studiengebühren können die Hochschulen selbst
festsetzen.
„Dort, wo es eine extreme Nachfrage gibt, werden es wohl 10.000 Kronen pro Semester sein. Hochschulen, wo sich niemand anmeldet, werden aber niedrigere Gebühren festsetzen müssen.“
Die Studiengebühren sollen so rasch wie möglich eingeführt werden. Die schon jetzt inskribierten Studenten sollen aber ihr laufendes Studium auf jeden Fall noch gebührenfrei beenden können. Das Geld soll auf alle Fälle direkt den Hochschulen zu Gute kommen, verspricht der designierte Vorsitzende der Bürgerdemokraten, Petr Nečas.
Petr Nečas
„Ein Teil der Einnahmen aus den Gebühren soll für Stipendien verwendet
werden, um besonders begabte Studenten zu fördern und ihnen die Deckung
ihrer Ausbildungs- und Lebenshaltungskosten zu ermöglichen.“
Für alle diejenigen, die sich die Gebühren nicht leisten können, soll es staatliche Darlehen geben. Ähnlich wie beim deutschen Bafög muss das Geld erst zurückbezahlt werden, wenn man zumindest das Durchschnittseinkommen erreicht hat. Studenten, die ihr Studium mit Auszeichnung abschließen, soll die Bezahlung der Gebühren überhaupt erlassen werden beziehungsweise das bereits bezahlte Geld zurückerstattet werden.
Protest gegen die Einführung von Studiengebühren (Foto: ČTK)
Für die Einführung von Studiengebühren ausgesprochen hat sich auch
Staatspräsident Václav Klaus:
„Wir haben zu viele Hochschulen, wir haben zu viele Studenten. Und wir haben zu wenige Lehrkräfte. Das müsste natürlich genau umgekehrt sein. Die Studiengebühren sind da ein unerlässliches Instrument zur Regulierung. Ich denke, es ist ein schrecklicher Fehler, die Gebühren nur als eine weitere Finanzierungsquelle für die Hochschulen zu betrachten.“
Václav Klaus
Es gehe vielmehr darum, für die Hochschulbildung einen angemessenen Preis
zu fordern. Nur so könne man sicherstellen, dass sich nur diejenigen
inskribierten, die es auch ernst meinten mit dem Studium, betonte Klaus am
Montag bei seinem Besuch an der Universität Olmütz / Olomouc.







