Tagesecho Kleinproduzenten unter die Arme greifen: Agrarmesse in Budweis eröffnet
Das Sauerkraut aus Kolín, der Apfelsaft aus Lhenice, der Bio-Ziegenkäse aus dem nordböhmischen Držovice. Gemeinsam haben diese Lebensmittelprodukte eines: sie wurden mit der Marke „Lebensmittel aus der Region“ gekennzeichnet. Diese sowie viele andere Agrar- und Nahrungsmittelprodukte können die Besucher der internationalen Agrarmesse besichtigen, kosten und kaufen, die am Donnerstagvormittag in České Budějovice / Budweis eröffnet wurde.
Foto: Josef Šmejkal
„Země živitelka“ – zu Deutsch etwa „Erde - die Ernährerin“ –
heißt die größte Agrarmesse in Tschechien, die in der südböhmischen
Metropole zum 37. Mal stattfindet. Auch wenn der Name der Messe eher
Assoziationen mit der Zeit des Kommunismus hervorruft, blickt die
landwirtschaftliche Ausstellung auf eine längere Tradition zurück, denn
in Budweis gab es schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts viermal große
Jahrmärkte mit Lebensmitteln direkt vom Bauern.
Trotz der Wirtschaftskrise können sich die Veranstalter der Agrarmesse über Mangel an Interessenten nicht beklagen, sagt die Leiterin des Messegeländes, Marcela Payerová:
Marcela Payerová (Foto: www.euroexpo.cz)
„In diesem Jahr haben wir mit 777 die höchste Zahl von Ausstellern und
Händlern verzeichnet seit dem Jahr 2003. Die Ausstellungsfläche beträgt
mehr als 32.000 Quadratmeter. Für die Besucher haben wir ein großes
Angebot vorbereitet: von den klassischen landwirtschaftlichen Produkten,
über eine Ausstellung zur Entwicklung auf dem Lande, bis zur Fischerei und
der Forstwirtschaft. Eine besondere Aufmerksamkeit wird diesmal den
Lebensmitteln aus der Region geschenkt. In einem Pavillon werden
Lebensmittel aus 13 Landkreisen vorgestellt, die mit der Marke des
´Regionalen Lebensmittels´ gekennzeichnet sind. Damit sind Kostproben,
einige Shows von Meisterköchen, ein Wettbewerb sowie musikalische
Begleitung verbunden.“
Die Agrarmesse wird unter dem Motto „die Zukunft auf dem Lande“ veranstaltet. Die Fördergelder für die tschechischen Landwirte wurden jedoch um 880 Millionen Kronen (35 Millionen Euro) reduziert. Können die regionalen Lebensmittel trotzdem mit den importierten Produkten aus dem Supermarkt konkurrieren? Landwirtschaftsminister Ivan Fuksa:
Ivan Fuksa
"Es ist klar, dass die regionalen Lebensmittel mit den eingeführten
Produkten nicht konkurrieren können. Die regionalen Produkte haben eine
kurze Haltbarkeit, aber sie sind frisch. Ihr Weg vom Produzenten zum
Verbraucher ist sehr kurz und dadurch gewinnt das regionale Produkt an
Qualität. Es ist logisch, dass es nicht so billig sein kann wie die Waren
in den Supermärkten. Ich möchte das Projekt der Lebensmittel aus der
Region um den so genannten ´Verkauf direkt vom Gutshof´ erweitern. Es
geht mir sehr darum, dass die Leute vom Land nicht wegziehen. Das
Ministerium wird den Kleinproduzenten auf dem Land unter die Arme greifen,
und zwar nicht nur mit finanzieller Förderung, sondern auch mit der
Abschaffung überflüssiger bürokratischer Hindernisse.“
Die internationale Agrarmesse findet in Budweis bis zum 31. August statt. Als der Höhepunkt der Messe gilt das für den Samstag angekündigte Erntefest.








