Tagesecho Karlsbader Filmfestival abgedreht – nächstes Jahr mit Al Pacino?
„Der neuntägige Film ist uns gelungen.“ Das sagte der Präsident des 43. Internationalen Karlsbader Filmfestivals, Jiří Bartoška, am Samstag auf der Abschlussveranstaltung. Und auch die Wettbewerbsgewinner stehen fest. Radio Prag berichtet über den Ausklang des Karlsbader Filmfestivals.
Christopher Lee (Foto: ČTK)
Mit Pauken, Trompeten und Feuerwerk und vor allem mit guter Laune endete am
Samstagabend das 43. Internationale Filmfestival in Karlovy Vary /
Karlsbad. Und Grund zum Feiern gab es genug. Mit Robert de Niro,
Christopher Lee, Armin Mueller-Stahl und vielen weiteren internationalen
Stars kamen wieder große Namen in die nordwestböhmische Kleinstadt. Und
seit Samstagabend steht auch der Gewinner des Hauptwettbewerbs fest. Der
Kristallglobus für den besten Film geht 2008 nach Dänemark und zwar an
den Regisseur Henrik Ruben Genz mit seinem Film „Frygtelig Lykkelig“
– Fürchterlich glücklich.
Die künstlerische Direktorin des Festivals, Eva Zaoralová, hat die Kriminalgeschichte mit einer großen Portion Einsamkeit natürlich nicht verpasst. Ein authentischer Stoff:
Jiří Mádl und Martha Issová (Foto: ČTK)
„Das ist die Geschichte eines Polizisten, der von Kopenhagen in ein
kleines Dorf strafversetzt wird, eigentlich verdammt wird. Er stellt
Schritt für Schritt fest, dass die Menschen des Dorfes sehr speziell sind
und in einer eigenartigen Atmosphäre leben. Bis es schließlich zu einer
Horrorentdeckung kommt.“
Einig war sich die Jury auch, dass die beiden Hauptdarsteller des tschechischen Streifens „Detí noci“ – Kinder der Nacht, nämlich Jiří Mádl und Martha Issová, einen Kristallglobus für die beste schauspielerische Leistung verdient haben. Kinder der Nacht, ein Film, der im Milieu einer Prager Nonstop-Bar spielt. Und nicht zuletzt hat auch der, der die Preisvergabe mitzuverantworten hat, einen Kristallglobus für seine künstlerischen Verdienste um das Weltkino entgegen genommen. Der Regisseur und diesjährige Jury-Präsident Ivan Passer war 1968 aus der Tschechoslowakei in die USA emigriert. Während des Festivals hat er noch dazu seinen 75. Geburtstag begangen.
Ivan Passer (Foto: ČTK)
Es wurde also gut gefeiert und Anlass dazu gab auch die Zahlen-Bilanz des
Festivals. Weit über 140.000 Besucher, 8000 mehr als im vergangenen Jahr,
haben die Organisatoren registriert. In 477 Vorführungen wurden 235 Filme
gezeigt. Ein Viertel davon hatte in Karlsbad seine weltweite,
internationale oder europäische Premiere.
Auch Kryštof Mucha, Direktor des Karlsbader Filmfestivals, ist äußerst zufrieden mit dem Verlauf des Festivals. Ungemütlichkeiten habe es kein einziges Mal gegeben:
Kryštof Mucha (Foto: www.kviff.com)
„Das ist die Leistung eines riesigen Teams von Leuten und einer
intensiven Vorbereitungsarbeit, die das ganze Jahr über gedauert hat. Dazu
tragen aber auch die Menschen und die Polizei in Karlsbad bei. Die wissen
mittlerweile ganz genau, was das Festival braucht und kommen uns auf ganzer
Linie entgegen. Und das alles zu bewältigen ist nicht leicht, denn der
Andrang ist riesig.“
Entspannt geblieben ist auch Star-Gast Christopher Lee, der zuletzt im Film „Der Herr der Ringe“ Furore machte. Und zwar so entspannt, dass er auf der Pressekonferenz Smetanas „Verkaufte Braut“ schmetterte.
Wer im nächsten Jahr über den roten - in diesem Jahr ausnahmsweise grünen - Teppich schreiten wird, weiß Festivaldirektor Kryštof Mucha noch nicht. Aber einen Wunsch hat er schon:
„Ich habe darüber mit Robert de Niro gesprochen, als er abreiste. Er
war wieder sehr angetan von dem Festival und fragte, was er für uns tun
könne. Da hab ich ihm gesagt, dass wir sehr froh wären, wenn er im
Trailer für das 44. Karlsbader Filmfestival auftreten würde. Außerdem
habe ich ihn gebeten Al Pacino anzurufen und ihn zu bitten, im nächsten
Jahr auf dem Festival unser Gast zu sein. Und de Niro hat gesagt, er
macht´s. Also, wir würden uns gern auf Al Pacino freuen.“






