Tagesecho Josef Sudek: Traurige Landschaft

05-01-2005 | Markéta Kachlíková

Eine Ausstellung aus dem Werk des wohl berühmtesten tschechischen Fotografen Josef Sudek wurde kurz vor Weihnachten auf der Prager Burg eröffnet. Sie zeigt drastische Veränderungen der Landschaft in Nordwestböhmen, die Ende der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in ein Braunkohlerevier verwandelt wurde. Markéta Kachlíková hat die Ausstellung namens "Traurige Landschaft" besichtigt.

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NordwestböhmenNordwestböhmen Der Abriss der alten Stadt Most/Brüx und weiterer Gemeinden, die neuen Gruben weichen mussten, Ruinen, Halden, Fabriken und Fördertürme, tote Natur. 128 Panoramabilder aus der Region des nordwestböhmischen Braunkohlebeckens wirken auf den Betrachter völlig anders als schöne Bilder der bekannteren Serie "Panoramatisches Prag" und Sudeks typische arrangierte Stillleben. Der Kurator der Ausstellung Antonín Dufek:

"Diese Kollektion stellt in Sudeks Werk einen Gegenpol zu seiner Romantik, zu seinen schönen Traumbildern dar. Die meisten Fotos aus dieser Kollektion sind sehr asketisch, sie sind der Alltäglichkeit, der alltäglichen Landschaft gewidmet, nicht nur dem Schönen, sondern auch dem Hässlichen, das man in der Region von Most sehen konnte."

MostMost Josef Sudek fotografierte die nordwestböhmische Landschaft zwischen den Jahren 1957 und 1962. Eigentlich sollten die Bilder in einem Buch veröffentlicht werden, dieses konnte jedoch zur Zeit des Sozialismus nicht erscheinen und wurde erst im Jahr 2000 herausgegeben.

"Die Serie ist wertvoll, weil sie komplett ist, so, wie sie damals beabsichtigt worden war. Und weiter gibt es dabei eine völlig einzigartige Sache in Sudeks Werk, und zwar, dass alle Fotografien genau datiert und lokalisiert sind. Das machte Sudek einfach nicht."

Die Fotografien haben heute nicht nur ihren künstlerischen Wert, sondern sind auch als Dokument für Historiker, Ökologen, Techniker und weitere Professionen von Bedeutung, betont Antonín Dufek. Das Fotoensemble wird nun zum ersten Mal in Prag ausgestellt, und zwar bis zum 20. März 2005.

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