Tagesecho Jiri Kosta im Gespräch
Am Donnerstag fand eine Lesung mit dem Ökonomen Jiri Kosta statt. Der Abend wurde durch das Deutsch-Tschechische Café Prag organisiert. Der Autor Kosta war durch eine Sendung von Radio Prag mit der Initiatorin des Deutsch-Tschechischen Cafés, Pavlina Vimrova, auf diesen Verein aufmerksam geworden und hatte sich für ein Gespräch angeboten. Ditha Baierova berichtet.
In einem Zimmer der Philosophischen Fakultät der Prager Karlsuniversität hatte sich eine übersichtliche Menge versammelt. Jiri Kosta las aus dem tschechischen Manuskript seines biografischen Buches "Nie aufgeben", in dem er sein abwechslungsreiches Leben beschreibt. Der gebürtige Prager aus einer deutsch-tschechisch-jüdischen Familie, verlebte seine Jugend in Prag, wurde dann während des 2. Weltkriegs in Theresienstadt und Auschwitz interniert, wollte später als Ökonom die sozialistische Wirtschaft reformieren und musste nach dem Prager Frühling emigrieren. Heute hat er sowohl in Frankfurt als auch in Prag eine Wohnung und pendelt zwischen beiden Ländern hin und her. Ein besonderes Anliegen sieht er im Gespräch mit der Jugend. Daraus entstand auch die Idee, dem Deutsch-Tschechischen Café eine Lesung anzubieten. Er sagte dazu:
"Das ist eigentlich eine Diskussionsrunde von jungen Menschen, die daran interessiert sind, dass die Generationen zueinander finden oder auch miteinander Kontakt suchen und diskutieren und da habe ich mir gleich gedacht, also mein Buch enthält ja so eine Art Botschaft und vielleicht sind die interessiert, und da habe ich die Frau Vimrova angesprochen."
Die Besucher der Lesung waren vom Alter her sehr durchmischt. Einige ältere Menschen waren darunter, die mit Jiri Kosta ein ähnliches Schicksal verband, aber auch interessierte Studenten. Junge Menschen wollen sich mit der Geschichte auseinandersetzen, wenn diese durch Zeitzeugen dargelegt wird, ist dies besonders interessant. Das bestätigte die Studentin Olga Martin.
"Ich bin davon ausgegangen, dass es etwas Interessantes sein soll. Es ist viel interessanter geworden, als ich gedacht habe. Ich studiere aber auch Literatur und das ist natürlich mein Hauptinteresse, muss aber auch sagen, dass es nicht aus literarischer, sondern eher aus historischer Sicht sehr interessant ist. Der Autor als Person beeindruckt einen auch."
Pavlina Vimrova fand den Abend sehr gelungen, sie wird sich bemühen im Rahmen des Vereins Deutsch-Tschechisches Café weitere solcher Veranstaltungen zu organisieren. Sie sagte:
"Wenn mich solche Leute, wie Herr Kosta ansprechen, dann bin ich bereit, eine Lesung, ein Gespräch, ein Seminar, einen Workshop zu organisieren, zu deutsch-tschechischen Themen."







