Jarolím trotzig: Müssen uns am Gegner steigern und punkten

Die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland steht vor der entscheidenden Phase. Für die tschechische Mannschaft geht es dabei in den nächsten Tagen schon um alles: Am Freitag empfängt sie Weltmeister Deutschland, drei Tage später tritt sie in Nordirland an.

Karel Jarolím (Foto: ČTK)Karel Jarolím (Foto: ČTK) Tschechiens Nationaltrainer Karel Jarolím ist nicht zu beneiden. In der europäischen Gruppe C der WM-Qualifikation steht seine Mannschaft nur auf dem dritten Platz – mit vier Punkten Rückstand auf die davor liegenden Nordiren und mit neun Zählern Abstand auf die noch verlustpunktfreien Deutschen. Und ausgerechnet der souveräne Tabellenführer und Nachbar ist am Freitag in Prag der nächste Gegner. Bange machen aber gilt nicht für Jarolím:

„Es würde mich ärgern, wenn wir ängstlich und ohne Mumm in das Spiel gehen. Der Gegner muss vielmehr die Herausforderung für uns sein, alles zu geben und das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.“

Das wäre ein Sieg, und auch drei Tage später in Belfast müssen drei Punkte her. Denn nur so kann sich Tschechien noch Hoffnungen machen auf den wichtigen zweiten Platz. Um dieses schwierige Unterfangen zu meistern, hat Jarolím indes gleich vier absolute Neulinge in das Nationalteam berufen. Auch aus Mangel an Alternativen wurden die zwei Innenverteidiger Michael Lüftner und David Hovorka erst am Montag vom Coach nachnominiert:

„Es geht nicht anders. Ich bin aber überzeugt davon, dass sie einige Erfahrung mitbringen. Der eine spielt in Dänemark, der andere hat mit Liberec einen insgesamt guten Eindruck in der Europa League hinterlassen. Von daher denke ich, beide sollten mental so stark sein, dass sie international bestehen können.“

Jan Kliment (Foto: ČTK)Jan Kliment (Foto: ČTK) Beim letzten Qualifikationsspiel, dem bitteren 1:2 in Norwegen, hatten gerade die gestandenen Innerverteidiger gepatzt, Tomáš Sivok und Jakub Brabec. Beide sind nicht in Form, und auch in den anderen Mannschaftsteilen kann Jarolím nicht mehr auf Spieler vom Schlage eines Petr Čech, Tomáš Rosický oder Jan Koller zurückgreifen. Besonders im Angriff tut es weh, dass Torjäger wie Pavel Kuka, Milan Baroš oder eben Koller nicht mehr dabei sind. Und so hat Jarolím auch hier eine ganz neue Wahl getroffen: Neben dem Pilsner Michael Krmenčík nominierte er Jan Kliment von Brøndby Kopenhagen.

Vor zwei Jahren schien es noch so, als würde Kliment voll durchstarten. Mit seinen drei Treffern im Spiel gegen Serbien wurde er auf Anhieb Torschützenkönig der U21-EM im eigenen Land. Er wurde für den Markt interessant, und der VfB Stuttgart, der ihn von Jihlava / Iglau kaufte, nahm ihn gleich für vier Jahre unter Vertrag. Kliment schlug jedoch nicht ein und wurde so ab 2016 an Kopenhagen ausgeliehen. An die eine Saison in Stuttgart hat er keine guten Erinnerungen:

„In Deutschland ist es nicht leicht, sich durchzusetzen. Dort ist man für die Verantwortlichen nur eine Nummer. Und Nummern gibt es dort viele.“

Dennoch freut sich Kliment auf das Wiedersehen mit den Kickern des Nachbarlands. Er hält die deutschen Fußballer für die derzeit besten der Welt, und wenn er gegen sie auflaufen dürfte, wäre das für ihn ein Riesending – zumal er am Freitag seinen 24. Geburtstag feiert.

Foto: ČTKFoto: ČTK Geschenke verteilen aber wollen die deutschen Spieler ganz bestimmt nicht. Im Gegenteil: Laut Trainer Joachim Löw will die DFB-Elf mit einem Sieg der Endrunde ein weiteres Stück näher kommen. Und dazu wird sie von ihren Fans wahrscheinlich in Prag auch zahlreich unterstützt. Für alle, die über die Autobahnen von Dresden oder Nürnberg anreisen, gibt es gute Kunde. Rundfunkkollege Martin Karlík zur Verkehrslage:

„Es gibt zwar Engpässe auf der Autobahn D8 aus Dresden, aber keine Staus, solange kein Unfall passiert. Zu Verspätungen kann es jedoch an zwei Baustellen kommen, und zwar bei Prackovice nahe Ústí nad Labem / Aussig und kurz vor Prag. Die Autobahn D5 aus Nürnberg hat keine Baustellen. Hier muss man nur mit einem Hindernis in Prag bei der über die Moldau führenden Barrandov-Brücke rechnen.“