Tagesecho In Prag wird Gedenkabend anlässlich des Yom ha-Shoah veranstaltet

04-05-2005 16:36 | Martina Schneibergová

Am kommenden Freitag wird in vielen Ländern an die sechs Millionen Juden gedacht, die in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von den Nazis ermodert wurden. Am Vorabend des Yom ha-Shoah wird auch in Prag eine Gedenkveranstaltung stattfinden. Mehr von Martina Schneibergova.

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Eva Holubová und Leo Pavlát (Foto: Autorin)Eva Holubová und Leo Pavlát (Foto: Autorin) Die Gedenkveranstaltung wird anlässlich des Tages der Shoah in der Spanischen Synagoge auf Initiative des Prager Jüdischen Museums und des Stiftungsfonds für Holocaust-Opfer organisiert. Der Tag der Shoah (Yom ha-Shoah) fällt nach dem hebräischen Kalender auf den 27. Tag des Monats Nissan, welcher der Tag ist, der im Jahre 1943 dem 19. April entsprach. An diesem Tag brach der Aufstand im Ghetto von Warschau aus. Der Direktor des Jüdischen Museums in Prag, Leo Pavlát, erklärte:

"Der Tag der Shoah, also Yom ha-Shoah wird eigentlich als der Tag der Shoah und des Heldentums bezeichnet. Damit wird der Akt der Revolte, des bewaffneten Kampfes gegen die Nazis betont, während beim Tag des Gedenkens an die Holocaust-Opfer (27. Januar) die Todesmaschinerie in den KZs im Vordergrund steht."

Das Wort "Shoah" (Vernichtung) ist Leo Pavlát zufolge ein Wort, das im Unterschied zum Begriff des Holocaust nicht die Möglichkeit einer unerwünschten religiösen Deutung bietet.

Durch den Gedenkabend in der Spanischen Synagoge, bei dem u. a. Werke von Hans Krása und Ervín Schulhoff erklingen, wird die Schauspielerin Eva Holubová führen. Sie erklärte, sie fühle es als ihre Pflicht, sich mit dem Holocaust zu befassen:

"Wir sind alle direkte Nachkommen entweder von Opfern, Tätern oder Zuschauenden. Nur wenn wir uns dafür interessieren werden, können wir das Andenken derjenigen ehren, die so schrecklich gelitten haben. Wir haben noch die Chance, aus den vergangenen grausamen Taten eine Lehre zu ziehen. Denn ich weiß, dass Rassismus und Fremdenhass unter uns immer noch lebendig sind. Wenn wir dem Leiden der Opfer einen Sinn verleihen sollen, dann damit, dass wir sie nicht vergessen und nicht schweigen werden."

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