Tagesecho Hochwasser im zweiten Anlauf

03-06-2010 15:07 | Jitka Mládková

In den letzten Tagen hat es in Tschechien erneut ausgiebig geregnet. In zahlreichen Gebieten des Landes sind die Pegel von Bächen und Flüssen gestiegen. An einigen Orten traten sie über die Ufer. In der Mährisch-schlesischen Region passiert dies binnen kurzer Zeit bereits zum zweiten Mal.

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Leute verstärken die Barrieren gegen Hochwassergefahren an der Dřevnice in Otrokovice (Foto: ČTK)Leute verstärken die Barrieren gegen Hochwassergefahren an der Dřevnice in Otrokovice (Foto: ČTK) An zehn Orten Nordmährens und an einem Ort in der ostböhmischen Region von Pardubice wurde am Mittwoch die dritte, also höchste Gefahrenstufe ausgerufen. In vielen Bereichen mussten mehrere Straßen gesperrt werden. In Brünn und Zlín forderte das Hochwasser zwei Menschenleben. In den Berggebieten der Region wurden allein in 24 Stunden 60 Millimeter Regenwasser pro Quadratmeter gemessen. Außer der Oder führen auch Flüsse in anderen Teilen des Landes Hochwasser. Zum Beispiel die March (Morava) in Südmähren oder die Otava in Südböhmen, aber auch eine ganze Reihe von kleineren Flüssen.

Das normalerweise ruhige Flüsschen Dřevnice im ostmährischen Zlín hat nach 13 Jahren erneut zugeschlagen. Überschwemmt wurden Dutzende Hauskeller und Garagen. Im Stadtteil Jaroslavice kam es zu einem Erdrutsch in unmittelbarer Nähe eines Familienhauses. Ähnlich dramatisch war es im mittelmährischen Beňov. Der auf 3,6 Meter angestiegene Pegel des sonst geruhsam plätschernden Baches Moštěnka erforderte am Mittwochmorgen die Ausrufung der dritten Hochwassergefahrenstufe.

Hochwasser in Zlatníky bei Opava (Foto: ČTK)Hochwasser in Zlatníky bei Opava (Foto: ČTK) „Wir haben Glück gehabt. Das Wasser ist zwar über die Ufer getreten, aber wir konnten unsere Schafherde in letzter Minute aus dem Gehege retten,“ sagte ein Farmer im Tschechischen Fernsehen.

Eine Stunde später wurde die ganze Gemeinde überschwemmt. Das Landgut von Lubomír Horák zum zweiten Mal in zwei Wochen:

„Getreide- sowie Gemüsefeld, der Garten, alles weg“, sagt der verzweifelte Landwirt.

Friedhof in Louka bei Hodonín (Foto: ČTK)Friedhof in Louka bei Hodonín (Foto: ČTK) Die Aufzählung der Gemeinden, in denen sich Ähnliches in den letzten Tagen zugetragen hat, wäre recht lang. Viele Menschen, die schon vor gut zwei Wochen eine Hochwasserkatastrophe erlebt haben und jetzt nochmals von einer Flut heimgesucht werden, befinden sich am Rande ihrer Kräfte. Am Donnerstag kam die Meldung des Wetterdienstes: In den kommenden Tagen solle sich die Situation stabilisieren. Die Regenfälle sollen allmählich nachlassen. Ein Hoffnungsschimmer also.

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