Tagesecho Harte Realität: Pleiten für Tschechiens Fußball - und Eishockeyteam

05-09-2005 16:04 | Lothar Martin

Das zurückliegende Wochenende sollte für die tschechischen Sportfans einige Leckerbissen in denen von ihnen bevorzugten Sportarten Fußball und Eishockey bereithalten. Doch weder nach dem WM-Qualifikationsspiel der Auswahlkicker in Rumänien noch bei dem in Liberec/Reichenberg stattgefundenen Eishockeyturnier um den so genannten Ceska pojistovna Cup gab es für die Anhänger der tschechischen Teams Grund zum Jubel. Welchen Ausgang die erwähnten Sportevents genommen haben, das verrät Ihnen nun Lothar Martin.

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Foto: CTKFoto: CTK Die Ausgangslage vor der schweren Auswärtspartie der tschechischen Fußballer in Constanza gegen Gastgeber Rumänien war klar: Nur ein Sieg hätte ihnen die gute Chance erhalten, sich in der europäischen Qualifikationsgruppe 1 den ersten Platz und die damit auf direktem Wege verbundene Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zu sichern. Ein Unentschieden hätte diese Möglichkeit unter schwierigeren Bedingungen auch noch bewahrt, eine Niederlage aber...

Nichts aber, es ist eine bittere 0:2-Niederlage geworden, die durch zwei Geniestreiche des derzeit besten rumänischen Fußballers, Adrian Mutu, besiegelt wurde. Die tschechische Auswahl, die ohne die verletzten Rosicky, Galasek und Lokvenc antreten musste, konnte nicht an die von ihr gewohnten Leistungen anknüpfen und sie blieb vor allem in der ersten Halbzeit einiges schuldig. Daher quittierte Auswahltrainer Karel Brückner den Rückschlag unmittelbar nach dem Abpfiff auch in sportlich fairer Weise:

Foto: CTKFoto: CTK "Ich muss dem Gegner gratulieren, er war besser und hat das Spiel in der ersten Halbzeit dominiert. Wir konnten dem Nichts entgegensetzen, unsere Abwehr ist nach der Verletzung von Jankulovski auseinander gefallen, wir mussten im Mittelfeld improvisieren, doch nur mit kämpferischen Mitteln war nichts zu machen."

In der Tat, das Fehlen von Regisseur Tomas Rosicky machte sich stark bemerkbar, und auch die verletzungsbedingte Auswechslung von Linksverteidiger Marek Jankulovski traf die tschechische Mannschaft sehr. Doch Lamentieren gilt nicht, wer zur WM will, muss auch hier durch. Das neue Ziel der tschechischen Fußballer ist nun der zweite Gruppenplatz, für den noch insgesamt fünf Punkte aus den Heimspielen gegen Armenien und die Niederlande sowie der Auswärtspartie in Finnland geholt werden müssen. Bei Erreichen dieses Platz kann man auch als einer der zwei punktbesten Zweiten oder über die Relegation zur WM nach Deutschland gelangen.

Foto: CTKFoto: CTK Bei dem am Sonntag im nordböhmischen Liberec/Reichenberg zu Ende gegangenen Eishockey-Turnier um den Ceska pojistovna Cup hat die tschechische Nationalmannschaft nur den dritten Platz erringen können, da sie ihrem am Donnerstag erst nach Penaltyschießen sichergestellten 2:1-Auftaktsieg gegen Finnland kein weiteres Erfolgserlebnis mehr folgen ließ. Im Gegenteil: Gegen den späteren Turniersieger Schweden gab es eine verdiente 3:5-Niederlage, und ihre abschließende Partie gegen Russland haben die Schützlinge von Neu-Nationaltrainer Alois Hadamczik mit 1:2 verloren, nachdem sie noch bis drei Minuten vor Spielende mit 1:0 geführt hatten! Nicht nur Hadamczik hatte mit einem besseren Abschneiden seiner neu formierten Mannschaft gerechnet, auch die Zuschauer hofften auf eine erfolgreichere Premiere der neuen topmodernen Tipsport Arena in Liberec, die mit diesem Turnier ihre erste Bewährungsprobe bestanden hat. Ihre offizielle feierliche Eröffnung erfolgt zwar erst an diesem Donnerstag, doch die leider bei dem schönen Sommerwetter nicht sehr zahlreich erschienenen Zuschauer konnten schon jetzt begeistert feststellen:

"Die Arena gefällt mir sehr. Sie ist wunderschön".

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