Tagesecho Grenzfall: Tschechische Kulturtage verbinden die Euroregion Elbe / Labe
Zum bereits 9. Mal beginnen am Freitag in Dresden die Tschechisch-Deutschen Kulturtage. Bis zum 11. November schlagen in der gesamten Euroregion Elbe / Labe dutzende Veranstaltungen eine kulturelle Brücke über die deutsch-tschechische Grenze.
Organisiert werden die Kulturtage vom Tschechischen Zentrum in Dresden in
Zusammenarbeit mit der Brücke/Most Stiftung und der Stadt Dresden. Während
sich in den ersten Jahren vor allem tschechische Künstler in der
sächsischen Metropole vorstellten, hat das Programm inzwischen enorm an
Breite zugelegt und bezieht auch deutsche Künstler mit ein, erklärt die
Leiterin des Tschechischen Zentrums Dresden, Hana Klabanova:
"Die Idee, die dahinter steht, ist ganz einfach und noch die gleiche, wie zu Anfang: Wir wollen die deutsch-tschechische Zusammenarbeit unterstützen, eine Brücke bauen, ein Netzwerk organisieren. Tschechische Künstler kommen nach Dresden, treten zusammen mit deutschen Künstlern auf, und daraus entstehen dann viele Kontakte und Ideen, die privat und ohne unsere Vermittlung weiter gepflegt werden, und so soll es ja auch sein."
Veranstaltungen gibt es in der gesamten Euroregion Elbe / Labe, also auf beiden Seiten der Grenze. Das Programm umfasst alle Genres und Bereiche - von der Musik über Literatur bis hin zur Architektur. Welche Höhepunkte kann Organisatorin Hana Klabanova empfehlen?
Hana Klabanova
"Selbstverständlich das Eröffnungskonzert mit der weltbekannten
Mezzosopranistin Dagmar Peckova und dem Pianisten Vojtech Spurny - mit
diesem Konzert beginnen wir die Kulturtage am 26. Oktober in der
Dreikönigskirche. Was die Musik betrifft: es sind auch bekannte
Jazz-Musiker vertreten, etwa Rudolf Dasek und Jiri Stivin oder der bekannte
Dresdner Percussionist Günter Sommer. Es kommen auch bekannte Literaten zum
Poetry-Slam, und außerdem hat der Präsident des Internationalen PEN-Clubs
Jiri Grusa am 5. November eine Lesung in der Sächsischen Akademie der
Künste. Daneben haben wir bereits einige Ausstellungen eröffnet, und am
Montag, den 29. Oktober eröffnen wir noch die Ausstellung ´Der tschechische
architektonische Kubismus´ im Finanzministerium. Insgesamt bieten wir rund
hundert Veranstaltungen, vor allem auf der deutschen Seite der Grenze aber
auch in Usti nad Labem und Liberec, also in der Euroregion Elbe /
Labe."
Mezzosopranistin Dagmar Peckova
Im neunten Jahrgang haben sich die tschechisch-deutschen Kulturtage fest
im Kalender der Region und vor allem auch beim Publikum etabliert. Dieses
wagt auch immer häufiger den Schritt über die Grenze, freut sich Hana
Klabanova:
"Inzwischen kann man schon einfach für ein Konzert nach Dresden fahren - durch die neue Autobahn ist man aus Nordböhmen schnell in Dresden und umgekehrt ist es aus Dresden auch nur noch ein Katzensprung nach Prag. Wir haben auf jeden Fall viele Besucher aus der Grenzregion."
Bis Mitte November heißt es also in der Euroregion Elbe / Labe: Bühne frei
für die neunte Ausgabe der tschechisch-deutschen Kulturtage.






