Tagesecho Gebet im Atombunker oder Glöcknerkurs: Nacht der Kirchen bietet buntes Programm

26-05-2011 17:18 | Martina Schneibergová

Die „Nacht der Kirchen“ bietet eine einzigartige Gelegenheit, einmal zu sehen, was sonst häufig verschlossen bleibt. Am Freitag, dem 27. Mai, öffnen Kirchen, Klöster und Gebetsräume verschiedener Glaubensgemeinschaften in ganz Tschechien ihre Tür für die Öffentlichkeit. Die Nacht der Kirchen findet bereits zum zweiten Mal in allen tschechischen Diözesen statt. Inspiriert haben sich die Veranstalter in Österreich. Voriges Jahr überstieg das Besucherinteresse die Erwartungen. In diesem Jahr haben sich der „Nacht der Kirchen“ bislang rund 920 Kirchen angeschlossen. Allein in Prag können die Besucher rund 90 Sakralräume besichtigen. Auf dem Programm, das von den einzelnen Gemeinden vorbereitet wird, stehen Führungen, Konzerte, Theatervorstellungen und Vorträge. Zudem kann man im Mutter-Theresa-Zentrum in der Prager Südstadt zum Beispiel auch Sterne beobachten. In St. Laurentius in Prag-Jinonice wird wiederum ein Glöcknerkurs angeboten. Mit dem evangelischen Geistlichen Miloš Rejchrt hat Martina Schneibergová über die „Nacht der Kirchen“ gesprochen.

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Worin sehen Sie die größte Bedeutung der “Nacht der Kirchen“?

„Wir haben festgestellt, dass es an der Zeit ist, unserer Gesellschaft, die oft gar nicht weiß, was eine Kirche ist, zu zeigen, dass in unserer Gesellschaft noch Christen leben und dass sie aktiv sind. Wir möchten zudem daran erinnern, dass Kirchen nicht nur historische Gebäude oder Museen sind, sondern dass die Kirche vor allem eine Versammlung von Menschen ist, die sich darüber freuen, dass es trotz viel Finsternis in unserem Leben ein Licht gibt. Ich glaube, dass in der Bezeichnung ´Nacht der Kirchen´ etwas Symbolisches enthalten ist. Das Wort ´Nacht´ ist zweideutig. Wir möchten beweisen, dass es in der Nacht, in der Finsternis doch ein Licht gibt.“

Miloš RejchrtMiloš Rejchrt Haben Sie Erfahrungen mit der „Nacht der Kirchen“ vom letzten Jahr?

„Meine Gemeinde, die evangelische Gemeinde der böhmischen Brüder in Prag, nimmt daran zum ersten Mal. Für uns ist es ein wenig Abenteuer, und wir sind neugierig, wie viele Menschen uns besuchen werden. Ich muss aber mit Freude bemerken, dass diese Veranstaltung die Gemeinde mobilisiert hat.“

Gibt es einen besonders interessanten Ort oder Gebetsraum unter den evangelischen Kirchen, den sich die Besucher am Freitag Ihrer Meinung nach nicht entgehen lassen sollen, also ein Geheimtipp?

Prager Herz-Jesu-KirchePrager Herz-Jesu-Kirche „Es gibt in Prag eine Gemeinde, die sich im Keller, im früheren Atombunker versammelt. Ähnlich wie sich einst die Christen in den Katakomben versammelten, trifft diese Gemeinde im Keller zusammen.“

Die „Nacht der Kirchen“ beginnt um 15 Uhr mit einem Gottesdienst in der Prager Teynkirche. Bis Mitternacht bieten die meisten Kirchen dann ein Programm an. In der Prager Herz-Jesu-Kirche kann man sogar auch um 1 Uhr nachts noch an einer Kirchen-Führung bei Kerzenlicht teilnehmen.

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