Tagesecho Funken der Hoffnung: Grabstätte der Heiligen Agnes gefunden

11-11-2009 17:26 | Jitka Mládková

Am Dientag hat der private TV-Sender Nova eine sensationelle Meldung gebracht: In der Kirche des hl. Haštals (Kastulus) in der Prager Altstadt sei vermutlich das Grab der hl. Agnes von Böhmen gefunden worden. Diese Nachricht über die unbekannte Ruhestätte der tschechischen Landespatronin hat sofort viele Hoffnungen, aber auch Zweifel ausgelöst.

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Kirche des hl. Haštals (Kastulus)Kirche des hl. Haštals (Kastulus) Dass man das Grab der Heiligen Agnes ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt entdeckt haben will, hat seinen Grund, mutmaßen die Zweifler. Vor 20 Jahren, genau am 12. November 1989, wurde Agnes, die Tochter aus dem Königshaus der Přemysliden, von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen. 12.000 tschechoslowakischen Gläubigen genehmigte die kommunistische Staatsmacht, nach Italien zu reisen. Fünf Tage später, am 17. November, begann auch hierzulande der historische Freifall des Kommunismus. Auch das wurde von Gläubigen als Wundertat der Heiligen Agnes wahrgenommen.

1234 wurde sie mit 20 Jahren Ordensschwester im Kloster, das sie vorher selbst in Prag gegründet hatte. Heute trägt es ihren Namen. Ihr ganzes Leben hat Agnes dem Dienst an Armen, Obdachlosen und Kranken gewidmet. Nach ihrem Tod wurde Agnes im Kloster beigesetzt. Aus unbekannten Gründen wurden aber ihre sterblichen Überreste an einen anderen Ort verlegt. Den glaubt man jetzt gefunden zu haben: in der Altstädter Kirche des hl. Haštalls (Kastulus-Kirche), die seit etwa sieben Jahren renoviert wird. Einem der Restauratoren, Denis Anfilov, zufolge habe man dort mithilfe einer Radaranlage möglicherweise einen Schrein mit Gebeinen und Insignien der Heiligen Agnes entdeckt. Der Priester der zuständigen Pfarrgemeinde, Vladimír Kellner, reagierte auf die Nachricht reserviert:

Hl. AgnesHl. Agnes „Die Grabstätte ist tatsächlich immer noch nicht bekannt. Ihre Gebeine wurden vermutlich verlegt, um sie vor einer Schändung zu schützen. Die Haštal-Kirche als Grablege gilt als möglich, weil sie schon zu Agnes´ Lebzeiten zu dem Kloster gehörte.“

Kellner zweifelt dennoch an dem aktuellen vermeintlichen Grabfund. Ein Restaurator sei seiner Ansicht nach nicht kompetent, Erklärungen über angebliche Funde in der Pfarrgemeinde des hl. Haštals abzugeben.

Es wäre natürlich nicht nur für die Kirche schön, gerade beim 20. Jubiläum der Heiligsprechung der Agnes von Böhmen ihr Grab zu finden. Außerdem auch aus einem anderen Grund. Laut einer aus der Barockzeit stammenden Prophezeiung soll es der tschechischen Nation gut gehen, wenn Agnes´ Grab gefunden wurde.

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