Für Denkmalschutz gewürdigt: Vereine und Gemeinden

Am Dienstag wurden vom Denkmalschutzamt die Preise für die Rettung sowie Instandsetzung von Baudenkmälern verliehen.

Foto: Archiv des DenkmalschutzamtesFoto: Archiv des Denkmalschutzamtes Der Preis heißt „Patrimonium pro futuro“ – zu Deutsch etwa „das Erbe für die Zukunft“. Er wird seit 2014 in insgesamt vier Kategorien verliehen. Dazu die Leiterin des staatlichen Denkmalschutzamtes, Naděžda Goryczková:

„Der Preis ist eine Anerkennung für alle diejenigen, die sich an der Rettung und der Pflege von historischen Baudenkmälern beteiligen. Diesmal wurde eine besonders große Zahl von sehr guten Projekten aus den Regionen für den Preis nominiert. Es zeigt sich, dass sich die Zivilgesellschaft immer stärker im Denkmalschutz engagiert, vor allem durch viele Vereine.“

Mit einem der Preise wurde der „Verein für die Instandsetzung der historischen Baudenkmäler in Úštěk“ ausgezeichnet. Er wurde in der Kategorie Restaurierung eines Baudenkmals gewürdigt, konkret für die Instandsetzung der Barockkirche Maria Himmelfahrt in Konojedy / Konojed. Das Schicksal des Sakralbaus sei kompliziert gewesen, sagt Naděžda Goryczková:

Naděžda Goryczková (Foto: Martina Schneibergová)Naděžda Goryczková (Foto: Martina Schneibergová) „Die stark beschädigte Kirche hat nicht mehr ihrem Zweck gedient. 2011 wurde sie an eine Privatperson verkauft. Diese vertraute den Sakralbau dem Verein an, der sich fortan intensiv um deren Instandsetzung bemühte. Es gelang ihm, die notwendigen finanziellen Mittel aus den EWR-Fonds zu schöpfen.“

Mit dem Preis „Patrimonium pro futuro“ wurde auch die Stadt Odry / Odrau ausgezeichnet. Gewürdigt wurde sie in der Kategorie Entdeckung des Jahres. Die dortige Friedhofskapelle stammt vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Vor einigen Jahren begann man mit der Restaurierung. Naděžda Goryczková:

„2015 wurden jedoch einzigartige Deckenmalereien gefunden, die beim Bau der Kapelle entstanden sind. Die Stadtverwaltung änderte das Projekt der Instandsetzung der Kapelle, um den wertvollen Fund präsentieren zu können. Vergleichbare Malereien gibt es sonst in einer Kirche im polnischen Bielsko-Biała sowie an anderen Orten Oberschlesiens.“

Fundamente einer romanischen Rotunde Im Gebäude der Prager Karlsuniversität auf dem Kleinseitner Ring (Foto: Martina Schneibergová)Fundamente einer romanischen Rotunde Im Gebäude der Prager Karlsuniversität auf dem Kleinseitner Ring (Foto: Martina Schneibergová) Einer der Denkmalschutzpreise ging an die Fakultät für Mathematik und Physik der Prager Karlsuniversität. Im Uni-Gebäude auf dem Kleinseitner Ring wurden die Fundamente einer romanischen Rotunde gefunden wurden. Die Fakultät wurde nicht nur für die Rettung der Baufundamente aus dem 11. Jahrhundert gewürdigt, sondern auch für die Präsentation des Baudenkmals. Es sei ein Beispiel dafür, wie ein Fund aus dem Frühmittelalter vorgestellt werden solle, meint die Expertin:

„Die Präsentation des Baudenkmals ist ergänzt durch ein 3D-Modell, das zeigt, wie die Rotunde vermutlich ausgesehen hat. Das Modell der St.-Wenzel-Rotunde können sich Interessenten auf der Webseite der Fakultät ansehen und mehr darüber erfahren.“

Für die Rettung der Renaissancekirche in Horní Maršov / Marschendorf im Riesengebirge wurde die ganze Gemeinde gemeinsam mit dem Verein „Hradní společnost Aichelburg“ geehrt.

„Es ist ein Beispiel dafür, wie eine Kirche im Grenzgebiet, die von den Gläubigen nicht mehr genutzt wurde, doch als Baudenkmal gerettet wurde. Ich stamme selbst aus den Sudeten und kenne die Lage dort. In Horní Maršov ist es gelungen, die Kirche zu retten und sie zugänglich zu machen. Der Raum wird für Seminare und Ausstellungen genutzt. Die Kirche lebt damit weiter.“

Drei Projekte wurden zudem mit dem Preis der Leiterin des Denkmalschutzamtes gewürdigt, darunter ein Industriebau: das Bahnbetriebswerk in Tanvald / Tannwald im Isergebirge.