Tagesecho Fritz Büttner - ein halbes Jahrhundert mit Radio Prag

31-08-2006 17:34 | Thomas Kirschner

Fast so alt wie Radio Prag ist bei unserem 85-jährigen Hörer Fritz Büttner die Leidenschaft für den Rundfunkfernempfang. 1937 hat er sich erstmals auf die Suche nach fernen Stationen gemacht. Mit Radio Prag ist er seit mehr als einem halben Jahrhundert verbunden. Mit Friedrich Büttner sprach Thomas Kirschner.

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Er ist so alt wie der Rundfunk selbst, und den größten Teil der Radiogeschichte hat der heute 85-Jährige Fritz Büttner ganz aktiv miterlebt. Sein Interesse an fernen Stationen begann in jungen Jahren, mitten im Dritten Reich. Rundfunkfernempfang war damals nicht nur ein Hobby:

"Man schrieb das Jahr 1937, und in Spanien tobte der Bürgerkrieg. Damals war ich 16 Jahre und suchte in unserem Hausgerät, einem Telefunken SH 7, also einem Röhrengerät mit sieben Röhren, besondere ferne Stationen. Immerhin gelang es mir damals, Radio Zaragoza aus Spanien auf Mittelwelle mit deutschsprachigen Nachrichten über den Kriegsverlauf zu empfangen. Außerdem war es bei uns in der Familie üblich, Radio Moskau 4 auf Langwelle hereinzuholen, aber während des Dritten Reiches war es natürlich verboten, Auslandssender zu hören. Man musste sich also absichern, das Fenster abdichten und das Gerät möglichst leise stellen."

Es kamen die Kriegsjahre, Büttner musste zur Wehrmacht. 1944, im Schützengraben in Rumänien, kam das Radio-Hobby zu Hilfe:

"Es kam ein Melder, und der verkündete, wer Lust hat, an einem Funkerkurs teilzunehmen, der möge sich doch bitte melden. Da bin ich also aus meinem Loch herausgesprungen - hocherfreut, dem Kriegeseinsatz für eine Weile entgangen zu sein."

Das Kriegsende erlebte Fritz Büttner als Funker in der Tschechoslowakein, in Ceske Budejovice / Budweis. Von dieser Zeit her hat er noch eine besondere Radio-Beziehung nach Böhmen:

"Mein Funkgerät, das ich bis dahin noch auf dem Rücken trug, schleuderte ich schließlich an einer Brücke in die Moldau. Wenn es niemand geborgen hat, dann liegt es heute noch am Grund des Flusses."

Nach der Währungsreform konnte Fritz Büttner dann endlich an den Kauf eines eigenen Kurzwellen-Empfängers denken:

"Und so erwarb ich meinen ersten Empfänger, einen schweizerischen Paillard mit Kurzwellen-Lupe. Und erst danach begannen für mich planmäßige DX-Versuche und das Sammeln von QSL-Karten. Meine älteste QSL vom Tschechoslowakischen Rundfunk, so nannte es sich damals noch, bekam ich im Jahre 1952."

Und mit dieser QSL-Karte vom 18. September 1952 ist Herr Büttner einer der Sieger unseres Radio Prag Jubiläumswettbewerbs und der älteste Hörer des deutschsprachigen Programms von Radio Prag. Mehr als ein halbes Jahrhundert hat er als Hörer und aktives Mitglied verschiedener Amateur-Rundfunk-Vereinigungen unser Programm begleitet. Und das soll noch lange so bleiben:

"Ich wünsche Radio Prag alles Gute und vor allem die beständige Beibehaltung des deutschen Programms. Möge der Kontakt zu den Hörern auch weiter bestehen bleiben!"

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