Tagesecho Fridrikssons Film Mama Gogo eröffnet das Febiofest in Prag
An diesem Donnerstag beginnt in Prag das 18. Febiofest. Bei diesem Filmfestival werden fast 200 Streifen aus 56 Ländern gezeigt – und zwar bis zur folgenden Woche in Prag und danach dann im Rahmen des Echos des Febiofests auch in weiteren acht Städten Tschechiens. Aber es sind natürlich auch einige Stars eingeladen.
Josef Abrhám und Jaroslav Dušek im Film „Abgang“
„Fast alle Filme im Programm des Febiofests sind eine tschechische
Premiere. Dies gilt allerdings nicht für die Retrospektiven bekannter
Persönlichkeiten, in deren Rahmen wir natürlich auch ältere Filme
aufführen“, so der Programmdirektor des Festivals, Štefan Uhrík.
Ursprünglich wollten die Veranstalter das Filmfestival mit der Premiere von Václav Havels „Abgang“ eröffnen. Sie hat das Festival aber um zwei Tage überholt, und so musste man eine andere Wahl treffen. Štefan Uhrík über den Eröffnungsabend:
Streifen „Mama Gogo“
„Wir starten mit dem Streifen Mama Gogo des isländischen Regisseurs
Fridrik Thór Fridriksson, der in Tschechien sehr bekannt ist und
hierzulande viele Fans hat. Sein neuester, autobiographischer Film erzählt
davon, was in Fridriks Leben in der Zeit geschah, als er seinen Streifen
´Kinder der Natur´ drehte, später damit Erfolg erntete und für den
Oscar nominiert wurde. Nebenbei – er wurde damals zusammen mit Jan
Svěrák und dessen Film ´Die Volksschule´ nominiert. Fridrik Thór
Fridriksson kommt selbst, um sein neues Werk einzuleiten, und wir widmen
dem Regisseur auch eine komplette Sektion des Festivals.“
Helmut Berger im Film „Blutfreundschaft“
Fridrik Thór Fridriksson ist nicht der einzige bekannte Gast des Prager
Filmfestivals. Neben ihm und dem aus Australien stammenden Regisseur Peter
Weir wird auch der österreichische Schauspieler Helmut Berger nach Prag
kommen. Beim Febiofest wird Berger für sein Lebenswerk und seinen Beitrag
zur Kinematographie mit dem so genannten Kristián-Preis ausgezeichnet. Der
Name des Preises geht im Übrigen auf einen berühmten tschechischen
Schwarzweißstreifen aus dem Jahr 1939 zurück. Helmut Berger wird den
Kristián in der kommenden Woche persönlich entgegennehmen. Als Hommage an
den Schauspieler werden Viscontis Film „Ludwig“ und Kerns
„Blutfreundschaft“ aufgeführt, in denen Berger die Hauptrollen
darstellt.
An tschechischen Filmen wird unter anderem „Normalis“, das
Debütstück von Regisseur Jan Wolf, Premiere haben. Ein anderer
Filmerstling wird in der Wettbewerbsektion „Neues Europa“ gezeigt: Es
ist das autobiographische Familiendrama „Achtzig Briefe“ von Václav
Kadrnka, das einer der drei tschechischen Beiträge bei der Berlinale in
diesem Jahr war. Es erzählt davon, wie die Mutter des Regisseurs
versuchte, mit ihrem Sohn aus der kommunistischen Tschechoslowakei nach
Großbritannien auszureisen. Rund 80 Briefe musste sie dabei an
verschiedene Stellen und Behörden schreiben. Václav Kadrnka:
Václav Kadrnka
„Ich bemühe mich immer, einen eigenen Ton und einen besonderen
Blickwinkel zu finden. Denn mir macht solches Kino Spaß, das persönlich
ist, das die Realität auf eine einzigartige Weise zeigt und versucht, die
Sprache des Films irgendwie fortzuentwickeln und dorthin zu bringen, wo sie
noch nicht war.“
Eine Besonderheit des Febiofests ist es, seine Besucher auch an Orte zu führen, wo normalerweise keine Filme projiziert werden. Nach dem Prager Hauptbahnhof, einer Post, einem Krankenhaus oder etwa dem Nationalmuseum wurde in diesem Jahr der Prager Flughafen ausgewählt. Dort werden – wie auch anders – Filme über Flughäfen und Flugzeuge gezeigt.






