Tagesecho Freude am Klarinettenspiel: Sharon Kam beim Festival in Krumau
Das internationale Musikfestival in Český Krumlov / Krumau lockt jeden Sommer Fans verschiedener Musikgenres in die malerische südböhmische Stadt an. Wie jedes Jahr erklingt auch in diesen Tagen an den verschiedenen historischen Orten in Krumaus klassische Musik sowie Jazz oder Folk. Das Festival wurde am 18. Juli eröffnet.
Sharon Kam (Foto: www.sharonkam.de)
Zu den Festivalhöhepunkten gehörten bislang zweifelsohne sowohl der
eröffnende Galakonzert mit Solisten von der Metropolitan Opera, als auch
die Inszenierung von Verdis Oper „La forza del destino“ (Die Macht des
Schicksals). Dreimal wurde die Oper auf der Open-Air-Bühne mit drehbarem
Zuschauerraum mit namhaften ausländischen Gästen auch von der Met
aufgeführt. Jedes Jahr wird ein Konzert einem bestimmten Land und seiner
Volksmusik gewidmet. Dieses Jahr galt die Aufmerksamkeit Griechenland: Am
vergangenen Samstag erklang in Krumau die typisch griechische Musik, und
beim Open-Air-Konzert wurden auch griechische Spezialitäten serviert.
Einige namhafte Musiker kann man in den nächsten Tagen in Krumau erleben. Am Freitag, dem 1. August, wird in Krumau eine der besten Klarinettistinnen der Welt, Sharon Kam spielen. Sie wird von der Nordböhmischen Philharmonie unter der Leitung von Charles Olivieri-Munroe begleitet. Für die aus Israel stammende Musikerin ist es nicht ihr erstes Konzert in Tschechien:
„Ich bin hier sehr gerne und fühle mich sehr verbunden mit dem Publikum hier. Ich wurde immer gerne angenommen und fühle mich hier wohl bei dem Publikum.“
Sharon Kam hat bereits mit einigen tschechischen Musikern zusammengearbeitet:
„Öfters habe ich mit dem Prager Quartett gespielt. Ich kenne die Harfenistin Jana Boušková, mit der habe ich auch gespielt. Ludmila Peterková ist eine tolle Kollegin. Sie treffe ich immer wieder, wenn ich kann.“
Sharon Kam (Foto: www.sharonkam.de)
In der Krumauer Schlossreithalle wird Sharon Kam unter anderem ein Werk
des österreichischen Komponisten Herbert Willi spielen. Herbert Willi
über sein Werk:
„Das Werk heißt Ego eimi, was übersetzt ´ich bin´ bedeutet. Oder Martin Buber sagt: ´Ich bin dort, wo du auch bist´. Für mich steht der Titel für die Situation, bei sich sein. Ich denke oft an das Bild von Kindern: Ein Kind spielt und ist bei sich. Ich glaube, dass wir Erwachsene uns manchmal nicht so leicht tun. Während der Komposition gab es dann für mich auch das folgende Bild: Wenn man sich vorstellt, dass auf einem Hügel ein Musiker steht und Klarinette spielt. Unten ist ein kleiner Weg, und Menschen wandern an diesem Hügel entlang und gehen ihren Weg. Keiner bleibt stehen, keiner hört dem Klarinettisten zu. Und irgendwann hört der auf, zu spielen, und dann bleiben alle stehen und fragen, warum er nicht mehr spielt. Dieser Musiker macht Musik, liebt Musik, er glaubt an Sinn des Lebens, ist glücklich und freut sich, für sich Musik zu machen. So soll das Stück klingen und dieses Gefühl vermitteln. Man muss nicht alles erklären, alles wissen. Es reicht, dass es schön ist, Musik zu machen. Er spielt und hat Freude.“
Haben Sie das Stück speziell für Sharon Kam geschrieben?
„Ja. Es war ein Auftragswerk von den Salzburger Festspielen. Mein Wunsch
als Solist war Sharon Kam.“






