Tagesecho Fonds für Regionalentwicklung- Antragsfrist endet ohne Anträge

03-08-2005 15:56 | Chris Schmelzer

Tschechische Städte und Landkreise haben schon seit 1999 die Möglichkeit, günstige Darlehen für den Aus- und Aufbau von gewerblich nutzbaren Grundstücken aus dem Fonds für Regionalentwicklung zu beantragen. Finanziert wird der Fond von der EU und dem teilstaatlichen auf Regionalentwicklung spezialisierten Bankhaus "Ceskomoravská zárucní a rozvojová banka", kurz CMZRB. Am 1. August 2005 ging die inzwischen vierte Antragsrunde mit einem überraschenden Ergebnis zu Ende. Chris Schmelzer sprach Michaela Houfková vom Tschechischen Zentrum für regionale Entwicklung über die Vergangenheit und Zukunft des 1996 ins Leben gerufenen Fonds.

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Die Anbindung eines neuen Industriegebietes an das Strom- und Abwassernetz in Plzen ist nur ein Beispiel für die sinnvolle Nutzung der von dem Fonds für Regionalentwicklung zur Verfügung gestellten Darlehen. Der Fonds wird von dem Zentrum für regionale Entwicklung verwaltet und hat ein Volumen von insgesamt knapp 8 Millionen Euro, die sich wie folgt zusammensetzen:

"Es sind 2,5 Millionen Euro von der EU, zu denen die CMZRB etwas mehr als 2 Millionen Euro hinzugefügt hat. Zusätzlich zu diesem Betrag, der für alle tschechischen Regionen bestimmt ist, sind für das tschechisch-österreichische Grenzprogramm weitere etwa 2,5 Millionen Euro vorhanden."

Und obwohl aus diesem Topf den Regionen nur Darlehen gewährt werden, machte Michaela Houfková die Natur der durch die EU gewährleisteten Gelder noch einmal deutlich:

"Auch wenn wir hier von Krediten und Darlehen sprechen, ist der EU-Anteil faktisch ein Geschenk der Europäischen Kommission an die Tschechische Republik, denn wenn das Programm 2010 endet, gehen die Gelder in den Besitz der Tschechischen Republik über. Damit verbunden ist jedoch die Auflage, dass ab diesem Zeitpunkt das Ministerium für Regionale Entwicklung das Geld für denselben oder einen sehr ähnlichen Zweck weiterverwendet."

Die ersten drei Antragsrunden fanden in den Jahren 1999 und 2000 statt. Insgesamt gingen in diesem Zeitraum mehr als 30 Anträge auf Darlehen aus ganz Tschechien ein, von denen 11 genehmigt wurden.

"Genutzt wurden die Gelder für Investitionen in Kommunikations-Infrastruktur, Straßenbau sowie Gas- und Abwasserleitungen, also wirklich für Investitionen in die grundlegende Infrastruktur",

sagt Houfková, doch nach diesem anfänglich hohen Interesse an den Darlehen hat sich zum Ende der vierten Antragsrunde die Nachfrage mehr als nur abgeschwächt. Das überraschende Ergebnis: Es wurde kein einziger Darlehensantrag gestellt. Michaela Houfkova erklärt dies wie folgt:

"Es gibt inzwischen ähnliche, jedoch attraktivere Angebote auf dem offenen Markt, die vielleicht weniger strikte Regelungen haben und den Bedürfnissen der potentiellen Antragssteller eher entsprechen. Aus diesem Grund hat sich der Vorstand dafür entschieden in der nächsten Zeit die Konditionen der Darlehen zu überarbeiten um sie interessanter zu machen."

Weiterhin haben sich nach dem Beitritt Tschechiens zur EU Türen zu attraktiveren Brüsseler Förderungsmöglichkeiten geöffnet, die nun das Interesse der Regionen auf sich ziehen.

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