Tagesecho Festival "Dvoráks musikalisches Nelahozeves" im Geburtsort des Komponisten
Antonín Dvorák. Der Name dieses tschechischen Komponisten wird in diesem Jahr in allen Fällen dekliniert. Am 1. Mai wird man nämlich seines 100. Todestags gedenken, und dieses Jubiläum hat das Programm wohl aller Festivals dieses Jahres beeinflusst, aber auch zahlreiche Sonderveranstaltungen zu diesem Anlass angeregt.
Antonín Dvorák Geburtshaus im Dorf Nelahozeves
Auch das Festival in Dvoráks Geburtstort, im Dorf Nelahozeves unter einem
gleichnamigen Renaissanceschloss an der Moldau nördlich von Prag, erinnert
an Dvoráks Todestag. Es existiert allerdings seit elf Jahren und findet
auch in anderen als in Jubiläumsjahren statt. Das Festival entwickelte
sich von einem Umfang von vier bis zu den heutigen 20 Konzerten, die
von März bis Oktober gespielt werden. Über die Dramaturgie spricht der
Direktor des Festivals "Dvoráks musikalisches
Nelahozeves",
Milan Svoboda:
"Vor allem ist es ein Festival, das für alles offen ist, denn das Publikum richtet sich nicht auf eine konkrete Zeitspanne oder dramaturgische Richtung aus. Ich glaube, dass auch Dvorák damit einverstanden wäre, dass wir nicht nur seine Werke spielen. Wir spielen alles von der romantischen Musik bis zum Jazz, alte, barocke, aber auch moderne Musik, Musik des 20. Jahrhunderts und Musik zeitgenössischer Komponisten."
Dvoráks Manuskript, Oper 'Kathinka und der Teufel'
Die erwähnte breite Genrepalette wird auch ein Konzert am kommenden
Sonntag im Schloss Nelahozeves unter Beweis stellen, in dem das Epoque
Quartett neben dem Streichquartett in F-Dur von Antonín Dvorák auch
Kompositionen von Jazz-Musikern spielen wird. Und wie sieht es mit dem
Publikum aus? Kann ein Festival in einem kleinen Dorf genug Besucher
anlocken?
"Es kommen auch Prager, aber selten, weil es in Prag ein riesiges Angebot an Konzerten gibt. Das Publikum besteht vor allem aus den einheimischen Bewohnern, aus der Region Melnik-Kralupy-Kladno. Dieses Publikum ist aber breit, und wir sind fast immer ausverkauft. Das Festival hat also einen ausgeprägt regionalen Charakter."
Das Konzertprogramm wird im Juni durch ein internationales Seminar mit dem
Titel "Dvoráks Inspirationsorte - Geschichte und
Gegenwart"
ergänzt. Seine Teilnehmer besuchen nicht nur das Geburtsdorf des
Komponisten, sondern auch weitere Orte, die in dessen Leben und Schaffen
eine bedeutende Rolle gespielt haben.






