EWR-Fonds: Tschechien wird weiter gefördert

Über 180 Millionen Euro sind in den kommenden Jahren für Sozial-, Umwelt- und Kulturprojekte in Tschechien bestimmt.

Elsbeth Tronstad (links). Foto: Martina SchneibergováElsbeth Tronstad (links). Foto: Martina Schneibergová Am Montag wurde die neue Förderung beschlossen. Zu „Solveigs Lied“ von Edvard Grieg unterzeichneten die verschiedenen Seiten im Prager Agneskloster ein entsprechendes Memorandum. Seit 2004 ist es bereits der dritte Förderzeitraum, in dem Tschechien finanzielle Mittel aus den EWR-Fonds und den Norwegischen Fonds erhält. Nicht zufällig diente das Agneskloster als Ort, um die Zusammenarbeit für die kommenden Jahre zu bekräftigen. Das mittelalterliche Gebäude im Prager Stadtzentrum ist eben mit Geldern aus den Fonds restauriert worden.

Was in nächster Zeit vor allem unterstützt werden soll, das wurde im neuen Memorandum festgelegt. Elsbeth Tronstad ist Staatssekretärin im norwegischen Außenministerium.

„Die Gelder werden in den Bereich Forschung und Umwelt investiert. Zudem werden Projekte unterstützt, die sich auf Menschenrechtsfragen konzentrieren. Es geht uns zum Beispiel darum, die Lebenslage von Roma hierzulande zu verbessern. Natürlich werden aber auch zahlreiche Kulturprojekte in großer Bandbreite finanziell gefördert. Für die Entwicklung der Zivilgesellschaft unterstützen wir wiederum NGOs und Freiwillige.“

Foto: VinceB, CC BY-SA 3.0Foto: VinceB, CC BY-SA 3.0 Elsbeth Tronstad verglich die neuen Schwerpunkte mit denen in den vergangenen Jahren:

„Im Fokus steht mehr als zuvor die Entwicklung der Gesellschaft. Im vergangenen Förderzeitraum stand vor allem die Kultur im Mittelpunkt. Jetzt konzentrieren wir uns darauf, was Europa heutzutage braucht, um sich weiterentwickeln zu können. Wir brauchen unter anderem Arbeitsplätze. Aus dem Grund legen wir mehr Gewicht beispielsweise auf Forschung, Entwicklung und Innovationen.“

Die Politikerin glaubt, dass auch für Norwegen die gemeinsamen Projekte wichtig sind.

„Es ist schön, wenn die norwegischen Partner zurückkommen und sagen, sie hätten sehr viel gelernt. Denn von der Zusammenarbeit nehmen beide Seiten vieles mit. Ich bin davon überzeugt, dass auch die Kontakte zwischen den Menschen und das gegenseitige Kennenlernen bei der Arbeit an den Projekten sehr nützlich sind.“

Maria-Pia Kothbauer (Foto: Martina Schneibergová)Maria-Pia Kothbauer (Foto: Martina Schneibergová) Einige Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte verbinden Tschechien und das Fürstentum Liechtenstein. Botschafterin Maria-Pia Kothbauer, Prinzessin von und zu Liechtenstein, unterzeichnete ebenfalls das neue Memorandum.

„Wir haben Beziehungen auf verschiedenen Ebenen. Auf der europäischen Ebene haben wir heute gezeigt, wie die Zusammenarbeit über die EWR-Grants funktioniert. Das sind sehr große Projekte, die von Norwegen und Island, aber auch von uns mitgetragen werden. Wir freuen uns, dass wir auf diese Art das unglaubliche kulturelle Erbe hierzulande miterhalten helfen können. Es ist auch ein europäisches Kulturerbe. Und das Haus Liechtenstein hat in seiner 700-jährigen Geschichte vor allem in Südmähren einiges mitgeleistet. Wir haben heute zudem über den Studenten- und Schüleraustausch gesprochen. Das war eine große Überraschung für mich, denn einem Studenten kann man nicht sagen, wo er studieren soll. Obwohl wir natürlich über diese Projekte die Rahmenbedingungen setzen. Ich glaube, Liechtenstein ist ein kleiner, aber attraktiver Bildungsstandort.“

Der EWR-Finanzmechanismus, EEA Grants genannt, dient zur Verringerung des wirtschaftlichen und sozialen Ungleichgewichts innerhalb von Europa. Drei Staaten des EWR-Raums – Norwegen, Island und Liechtenstein – unterstützen 15 EU-Länder im anstehenden Förderzeitraum mit einer Summe von 1,5 Milliarden Euro. Weitere 1,3 Milliarden Euro werden aus den Norwegischen Fonds zur Verfügung gestellt. Insgesamt erhält Tschechien 184,5 Millionen Euro.