Tagesecho Eventueller Präsidentschaftskandidat der Regierungskoalition Jan Sokol für Kommunisten unannehmbar
Der Tag, an dem die dritte Wahlrunde der Präsidentenwahl stattfinden wird, nähert sich. Doch auf der tschechischen Politszene scheint es bezüglich der Vorbereitungen auf die Wahl nicht viel Neues zu geben. Der bislang einzige offiziell nominierte Kandidat ist nach wie vor der Ex-Parteichef der oppositionellen Bürgerdemokraten, Vaclav Klaus. Die Regierungskoalition hat noch nicht endgültig über die Nominierung des Ex-Schulministers Jan Sokol entschieden. Martina Schneibergova fasst zusammen.
Jan Sokol, Foto: CTK
Den Informationen vom Dienstag zufolge würde Jan Sokol offensichtlich nicht
die Stimmen aller Parlamentarier der stärksten Regierungspartei bekommen.
Der Parteichef der Sozialdemokraten und Premier Vladimir Spidla, der Sokol
die Kandidatur am vergangenen Freitag angeboten hatte, führt in diesen
Tagen persönlich Gespräche mit einzelnen Mitgliedern seiner Partei zu
diesem Thema. Es wird geschätzt, dass von den 70 sozialdemokratischen
Abgeordneten bis zu zehn Sozialdemokraten Sokol als Kandidaten ablehnen
werden. Für die Mehrheit der elf sozialdemokratischen Senatoren ist Sokol
als Kandidat annehmbar. Als Grund für ihren ablehnenden Standpunkt zu
Sokols Kandidatur bezeichneten einige der Sozialdemokraten dessen
"Haltung zu den Sudetendeutschen". Jan Sokol hatte seinerzeit
eine Petition mit dem Titel "Versöhnung 95" unterzeichnet, die
das Prinzip der kollektiven Schuld verurteilte und in der die
tschechischen Politiker zum Dialog mit den Vertretern der Sudetendeutschen
aufgefordert wurden. Denselben Grund für die Ablehnung Sokols geben auch
die Kommunisten an. Einige der kommunistischen Parlamentarier ließen
verlauten, dass sie im eventuellen Kandidatenduell Sokol-Klaus den
Kandidaten der stärksten rechten Partei, also Klaus, bevorzugen würden.
Außerdem erinnerten die Kommunisten am Dienstag daran, sie hätten eine
eigene Kandidatenliste zusammengestellt. Diese möchten sie der
Regierungskoalition als Angebot von "illustren Namen" vorlegen,
informierte die Tageszeitung Mlada fronta Dnes in ihrer Mittwochausgabe.
Unter den angekündigten illustren Persönlichkeiten ist z.B. der erste
tschechoslowakische Astronaut Vladimir Remek.






