Tagesecho Eventueller Präsidentschaftskandidat der Regierungskoalition Jan Sokol für Kommunisten unannehmbar

12-02-2003 | Martina Schneibergová

Der Tag, an dem die dritte Wahlrunde der Präsidentenwahl stattfinden wird, nähert sich. Doch auf der tschechischen Politszene scheint es bezüglich der Vorbereitungen auf die Wahl nicht viel Neues zu geben. Der bislang einzige offiziell nominierte Kandidat ist nach wie vor der Ex-Parteichef der oppositionellen Bürgerdemokraten, Vaclav Klaus. Die Regierungskoalition hat noch nicht endgültig über die Nominierung des Ex-Schulministers Jan Sokol entschieden. Martina Schneibergova fasst zusammen.

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Jan Sokol, Foto: CTKJan Sokol, Foto: CTK Den Informationen vom Dienstag zufolge würde Jan Sokol offensichtlich nicht die Stimmen aller Parlamentarier der stärksten Regierungspartei bekommen. Der Parteichef der Sozialdemokraten und Premier Vladimir Spidla, der Sokol die Kandidatur am vergangenen Freitag angeboten hatte, führt in diesen Tagen persönlich Gespräche mit einzelnen Mitgliedern seiner Partei zu diesem Thema. Es wird geschätzt, dass von den 70 sozialdemokratischen Abgeordneten bis zu zehn Sozialdemokraten Sokol als Kandidaten ablehnen werden. Für die Mehrheit der elf sozialdemokratischen Senatoren ist Sokol als Kandidat annehmbar. Als Grund für ihren ablehnenden Standpunkt zu Sokols Kandidatur bezeichneten einige der Sozialdemokraten dessen "Haltung zu den Sudetendeutschen". Jan Sokol hatte seinerzeit eine Petition mit dem Titel "Versöhnung 95" unterzeichnet, die das Prinzip der kollektiven Schuld verurteilte und in der die tschechischen Politiker zum Dialog mit den Vertretern der Sudetendeutschen aufgefordert wurden. Denselben Grund für die Ablehnung Sokols geben auch die Kommunisten an. Einige der kommunistischen Parlamentarier ließen verlauten, dass sie im eventuellen Kandidatenduell Sokol-Klaus den Kandidaten der stärksten rechten Partei, also Klaus, bevorzugen würden. Außerdem erinnerten die Kommunisten am Dienstag daran, sie hätten eine eigene Kandidatenliste zusammengestellt. Diese möchten sie der Regierungskoalition als Angebot von "illustren Namen" vorlegen, informierte die Tageszeitung Mlada fronta Dnes in ihrer Mittwochausgabe. Unter den angekündigten illustren Persönlichkeiten ist z.B. der erste tschechoslowakische Astronaut Vladimir Remek.

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