Tagesecho Europa - unsere gemeinsame Heimat/Jahreskonferenz der Sdruzeni Ackermann-Gemeinde
"Europa - unsere gemeinsame Heimat?" lautete das Motto der
Konferenz, die von der tschechischen christlich orientierten Organisation
"Sdruzeni Ackermann-Gemeinde" am Wochenende in der
mittelböhmischen Stadt Celákovice organisiert wurde. Über die
grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie die Chancen und Probleme, die
mit der EU-Erweiterung verbunden sind, sprach einleitend der Bürgermeister
der bayrischen Grenzstadt Furth im Wald, Reinhold Macho. Er nannte Radio
Prag gegenüber die Projekte, die von Furth und seiner westböhmischen
Partnerstadt Domazlice (Taus) bereits verwirklicht wurden:
"Wir haben seit 1990 - seitdem besteht diese Städtepartnerschaft -
etwa 200 Initiativen, Aktionen und Projekte gestartet, und zwar in allen
Bereichen. Z. B. im Sport ist herausragend ein Marathonlauf zwischen
unseren beiden Städten und auch ein Skilanglauf zwischen den beiden
Städten. Beide Veranstaltungen gibt es nun schon im achten und neunten
Jahr. Im Bereich der Kultur und Musik ist mit Sicherheit ein Glanzlicht
das gemeinsame deutsch-tschechische Kammerorchester, aber auch die
regelmäßigen Opernaufführungen auf unserem Stadtplatz. Stolz sind wir auch
auf die Sprachkurse - seit der Grenzöffnung fast 200 Sprachkurse, an denen
sich 1100 Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt beteiligt haben.
Zwischenzeitlich gibt es noch einen Sprachkurs für Kinder, die noch im
Kindergarten sich befinden, sodass also schon ganz früh der Versuch
unternommen wird, für eine gute Nachbarschaft zu werben."
In der abschließenden tschechisch-deutschen Podiumsdiskussion wurde die
erweiterte EU aus der Sicht eines Theologen, eines Wissenschaftlers,
Juristen, Politikers sowie eines Staatsbeamten betrachtet. Matej Spurný,
den Moderator der Debatte, fragte Martina Schneibergova danach, was er aus
diesen verschiedenen Stellungnahmen hervorheben würde:
"Da hat sich bei mehreren Rednern ein schönes und wichtiges Thema gezeigt, und zwar, dass wir die bilateralen Beziehungen und Sachen in unserer Umgebung sehr oft ganz intensiv erleben - wie die deutsch-tschechischen Beziehungen auch, die für uns auch immer sehr stark emotional sind. Dann aber wenn wir über das gemeinsame Europa sprechen, dann ist unser Gefühl nicht dabei. Das ist mehr ein Thema von intellektuellen Debatten, aber es ist nicht etwas, was der einfache Mensch wirklich miterlebt. Das ist ein Thema für uns alle, dass wir uns anstrengen, den Menschen nicht nur unter uns - den einigen Menschen, die das immer wieder diskutieren, sondern auch den anderen Menschen beizubringen, dass man so etwas auch emotional erleben kann - mit all dem, was wir zu Hause erleben und dass Europa wirklich das emotionale Zuhause sein kann, wie das Herr Anton Otte am Ende ganz schön gesagt hat - das den anderen beizubringen, das ist vielleicht eine Motivation für uns alle."








