Erste Fußball-Liga startet Rückrunde: Pilsen strebt Titel-Hattrick an

An diesem Wochenende ist für alle Fußballfans in Tschechien die Wartezeit endlich vorbei. Mit den Begegnungen Teplice – Brünn und Slovácko – Jablonec startet die erste Fußball-Liga am Samstag in die Rückrunde. An beiden Enden der Tabelle ist für Spannung gesorgt: Es gibt bis drei, vier Titelaspiranten wie auch mehrere Abstiegskandidaten.

Tomáš Paclík (Foto: Tschechisches Fernsehen)Tomáš Paclík (Foto: Tschechisches Fernsehen) Mit dem hierzulande oft und gern intonierten „Kluci, děkujem“, also „Jungs, wir danken euch“, bejubelten die Fans von Viktoria Pilsen am Ende der vergangenen Saison die vierte Meisterschaft ihrer Mannschaft. Für die Westböhmen war es zugleich die erste Titelverteidigung, und vieles spricht dafür, dass sie nun auch den Hattrick perfekt machen werden. Die Pilsener führen die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung auf Slavia Prag und vier Punkten auf Sparta Prag an, und sie haben noch ein Spiel nachzuholen. Vereinschef Tomáš Paclík jedenfalls will die Gelegenheit beim Schopfe packen:

„Wir werden diesen Kampf sehr seriös angehen. Wir haben ein kleines Polster, und der Hattrick wäre etwas Besonderes. Das wissen wir zu schätzen.“

Andreas Ivanschitz (Foto: Michael Kranewitter, CC BY-SA 4.0)Andreas Ivanschitz (Foto: Michael Kranewitter, CC BY-SA 4.0) Auf dem Weg zu diesem Ziel hat sich der FC Viktoria noch einmal verstärkt. In der Winterpause stieß der frühere Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft, Andreas Ivanschitz, zu den Bierstädtern. Von dem Neuzugang versprechen sich die Pilsner einiges, so auch Ex-Bundesligaspieler Roman Hubník:

„Ivanschitz wird uns sicher verstärken. Und vielleicht ist ja gerade er, der dem Team am meisten helfen wird.“

Slavia Prag hat einen neuen chinesischen Eigner im Rücken. Das half den Hauptstädtern im Herbst, sich so zu stabilisieren, dass sie den Pilsnern nun durchaus Paroli bieten können. Dasselbe will auch Rekordmeister Sparta Prag. Falls der Tabellenführer aber sein Nachholspiel gewinnt und der Rückstand so auf sieben Punkte anwächst, wird es schwierig, weiß Cheftrainer Tomáš Požar, dass die sehr schwierig wird:

Tomáš Požár (Foto: ČTK)Tomáš Požár (Foto: ČTK) „Wir dürfen jetzt im Frühjahr keine Punkte mehr liegenlassen, weder auswärts noch zu Hause. Wir müssen also nahezu vollständig punkten, um unser Ziel zu erreichen. Ich glaube aber noch daran.“

Im Gegensatz zu Pilsen kann Sparta aber den eigenen Trumpf noch nicht ausspielen: Nationalspieler Tomáš Rosický ist immer noch nicht fit. Für ihn und seine Mitspieler bleibt daher nur das Prinzip Hoffnung, sagt Kapitän David Lafata:

„Für Tomáš muss es schrecklich unbefriedigend sein, denn ein Spieler seiner Qualität sollte auf dem Platz stehen. Er laboriert leider immer noch an seiner Verletzung. Wir glauben aber daran, dass er die Zuschauer schon bald wieder verzücken wird.“

Jindřich Trpišovský (Foto: Archiv Slovan Liberec)Jindřich Trpišovský (Foto: Archiv Slovan Liberec) Ganz andere Sorgen hat derweil der FC Slovan Liberec. Gemeinsam mit den Prager Traditionsclubs Sparta und Slavia sind die Nordböhmen das einzige Gründungsmitglied der Liga, das noch nicht abgestiegen ist. In dieser Saison aber werden die Neißestädter auf eine harte Probe gestellt. Vor der Rückrunde liegen sie lediglich auf Platz 13, mit nur zwei Zählern Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang. Und in der Winterpause haben gleich neun Stammspieler den Verein verlassen. Cheftrainer Jindřich Trpišovský:

„Das kann ein gewisses Risiko sein, doch die Lage ist einfach so. Uns haben Spieler verlassen, die gute Angebote hatten, in einigen Fällen waren wir machtlos, bei anderen wiederum hat der Verein finanziell profitiert. Jetzt liegt es an den Leuten, die da sind, dass wir die Situation meistern.“

Wer Trpišovský kennt, der weiß, dass solch schwierige Voraussetzungen für ihn eher eine Herausforderung sind. Andererseits sei er froh, dass am Montag das Transferfenster endlich geschlossen werde, sagt er. Zuvor wird Liberec den Spieltag abschließen mit einem Heimspiel gegen Zlín. Am Samstag und Sonntag wollen die übrigen 14 Vereine nach Möglichkeit schon die ersten Punkte einfahren im Kampf um die Meisterschaft, eine internationale Teilnahme oder gegen den Abstieg.